EKS-Synode

Diese Themen geben zu reden

Missbrauch, Sparpläne und Friedenspolitik: An der Herbstsynode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) in Bern stehen wichtige Entscheide an.
Die Herbstsynode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) findet jeweils im Berner Rathaus statt. (Bild: EKS)

Am 2. und 3. November treffen sich die Delegierten der reformierten Landeskirchen im Berner Rathaus. Neben Anerkennungsleistungen für Betroffene von Missbrauch beschäftigt sie die Frage, welche Aufgaben die EKS überhaupt noch übernehmen soll und welche Position man zur Abstimmung über das Kriegsmaterialgesetz einnimmt.

Bis zu 20’000 Franken für Missbrauchsbetroffene?

Menschen, die im reformierten Umfeld sexuellen oder spirituellen Missbrauch erlebt haben, sollen künftig Anerkennungsleistungen erhalten können. Auch wenn die Taten verjährt oder die Verantwortlichen bereits verstorben sind. Der EKS-Rat schlägt Zahlungen von bis zu 20’000 Franken oder symbolische Gesten vor. Eine unabhängige nationale Kommission soll die Fälle beurteilen. Die Synode entscheidet über das Modell. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wo könnte die EKS sparen?

Die EKS muss ab 2028 mit zehn Prozent weniger Einnahmen auskommen. Ein Ausschuss aus Vertreterinnen und Vertretern von elf Landeskirchen hat deshalb ihr Leistungsprofil überprüft. Er empfiehlt, auf einzelne Angebote wie einen nationalen Kirchentag zu verzichten und andere Tätigkeiten zu reduzieren. Auch bei der theologischen Grundlagenarbeit und der Kommunikation sieht er Sparpotenzial. Gleichzeitig könnte die EKS neue Dienstleistungen anbieten, etwa eine eigene Kirchen-KI. Die Synode diskutiert den Bericht, konkrete Entscheide über die Umsetzung folgen später. Näheres dazu finden Sie hier.

Soll sich die EKS gegen Waffenexporte aussprechen?

Auch die Friedenspolitik beschäftigt die Synode. Eine von der Thurgauer Kirchenratspräsidentin Christina Aus der Au eingereichte Resolution mit dem Titel «Keine Lockerung der Kriegsmaterialausfuhr» steht auf der Traktandenliste.

Zwar kritisierte der EKS-Rat die geplanten Lockerungen des Kriegsmaterialgesetzes bereits Anfang Oktober (ref.ch berichtete). Eine ausdrückliche Empfehlung zur nationalen Abstimmung vom 29. November gab er damals allerdings nicht ab.

Nun können sich die Delegierten zum Thema positionieren. Damit könnte erneut eine Grundsatzdebatte über das Verhältnis von Kirche und Politik entstehen, wie es an der letzten Synode der Fall war (ref.ch berichtete).

Wer übernimmt künftig Verantwortung?

Neben den inhaltlichen Debatten stehen zahlreiche Wahlen an. Die Synode bestimmt unter anderem ihr Präsidium und Vizepräsidium für die Jahre 2027 und 2028 sowie Mitglieder verschiedener Kommissionen und Stiftungsräte. (gab)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema