EKS-Synode

Bericht gibt Stossrichtung für Sparmassnahmen vor

Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) muss sparen. Mehrere Mitgliedskirchen machen nun Vorschläge, wo der Rotstift konkret angesetzt werden soll.
Die EKS-«Schatztruhe» wird ab 2028 weniger Geld von den Mitgliedkirchen enthalten. Ein Bericht schlägt nun vor, wo gespart werden soll. Unter anderem soll die Gesprächssynode, von der dieses Bild stammt, evaluiert werden. (Bild: EKS)

Mit 477'000 Franken ist das «noch nicht definierte Einsparpotential» beziffert, das im Finanzplan der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) ab 2028 jährlich erscheint. Die reformierten Kirchen stehen finanziell zunehmend unter Druck. Die Mitgliederzahlen sinken, Vorstösse für die Abschaffung von Kirchensteuern für Unternehmen häufen sich (zuletzt in Bern, ref.ch berichtete). Laut einer Studie könnten die Einnahmen bis 2045 um bis zu einem Drittel einbrechen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung hatte die EKS-Synode im Sommer 2025 einer Motion der Zürcher Kirchenratspräsidentin Esther Straub zugestimmt, wonach die Beiträge der Mitgliedkirchen um zehn Prozent sinken sollen (ref.ch berichtete). Für die EKS bedeutet das eine jährliche Einbusse von rund 600'000 Franken.

Ein strategischer Ausschuss, bestehend aus Präsidentinnen und Präsidenten von elf reformierten Landeskirchen (AG, BL, BS, Refbejuso, GR, SG, SZ, TG, VD, VS und ZH), hat das EKS-Leistungsprofil durchleuchtet. EKS-Ratspräsidentin Rita Famos präsidierte den Ausschuss, Finanzvorsteher Sandro Bugmann nahm ebenfalls Einsitz.

Was stellt der Bericht fest?

Nun liegt der Bericht des Ausschusses vor. Knapp zusammengefasst empfiehlt er eine schlanke, fokussierte und wirksame EKS. In der Geschäftsstelle, die weiterhin den Kern bilden und den Rat unterstützen soll, sieht der Ausschuss Effizienzsteigerungen vor. Dazu nennt er mehrere Bereiche, in denen die EKS nicht mehr oder in geringerem Umfang aktiv sein soll.

Der Bericht hält aber auch fest, welche Bereiche wichtig bleiben. Darunter jene Themen, die eine grosse Wirkung erzielen wie Diakonie, Seelsorge, Kommunikation oder Ökumene. Überprüft werden sollen zum Beispiel die Beiträge an den Ökumenischen Rat der Kirchen (2025: 168'000 Franken).

Künftig soll sich die EKS laut Ausschuss auf vier Tätigkeitsfelder konzentrieren: Theologische Grundlagenarbeit, Koordination zwischen Mitgliedskirchen, öffentliche Vertretung der Reformierten sowie Dienstleistungen (Kommunikation, Recht, Informatik).

Die EKS werde von den Kantonalkirchen besonders dort geschätzt, wo sie «koordiniert, kommuniziert und repräsentiert», etwa in Krisen, bei gemeinsamen Aktionen oder in internationalen Beziehungen. Wenn die EKS hingegen zu stark in kantonale Zuständigkeiten eingreife oder föderale Unterschiede nicht berücksichtige, werde das kritisch wahrgenommen.

Wo soll die EKS sparen?

Gleich mehrere Aufgaben sollen laut Ausschuss künftig nicht mehr zum EKS-Leistungsprofil gehören. Beispielsweise die Liturgie und das geistliches Profil, das sich mit der Gestaltung reformierter Gottesdienste in der Schweiz beschäftigt. Diese Aufgaben würden bereits von theologischen Fakultäten und anderen kirchlichen Akteuren wahrgenommen, heisst es im Bericht. Mit der gleichen Argumentation werden Einsparungen bei der Theologischen Grundlagenarbeit gefordert: Durch eine engere Zusammenarbeit mit Fakultäten sollen Synergien genutzt werden.

Der Bericht empfiehlt weiter, dass die EKS das Projekt eines nationalen Kirchentags aufgibt und weniger oder keine Glaubenskurse und Fachtagungen mehr durchführt. Dies, weil solche Angebote bereits durch Kirchgemeinden oder Kantonalkirchen organisiert würden. Die EKS wird ausserdem die Verwaltung von Fonds wie jenen der Konferenz Protestantische Solidarität Schweiz (PSS) abgeben, wenn es nach dem Ausschuss geht.

Was steht auf der Kippe?

Ein Fragezeichen setzt der Ausschuss bei mehreren Bereichen und verlangt vom Rat eine genauere Prüfung dieser, etwa beim Thema Gleichstellung und Gender: Grundsätzlich sei dies zwar eine EKS-Aufgabe. Es gebe aber Überschneidungen mit Organisationen wie femmes protestantes oder der Frauen- und Genderkonferenz.

Die EKS-Gesprächssynode, eine Dialogveranstaltung, an der keine Beschlüsse gefasst werden, soll «nicht pauschal aufgehoben, sondern evaluiert und gegebenenfalls weitergeführt» werden.

Auch einzelne Beiträge der Kommunikationsabteilung müssten laut Ausschuss «auf Nutzen, Reichweite und Effizienz» überprüft werden. Welche das sind, wird im Bericht nicht ausgeführt.

In weiteren Bereichen empfiehlt der Ausschuss verbindlichere Strukturen. Bei der Bildung stehen beispielsweise eigene Konkordate für einzelne Berufsgruppen zur Diskussion. Hochschulen könnten über Leistungsvereinbarungen stärker in die Ausbildung kirchlicher Berufe eingebunden werden. Bei der Diakonie soll geprüft werden, ob «ein Konkordat oder eine andere verbindlichere Struktur» die Koordination verbessern könnte.

Was soll vorangetrieben werden?

Wo könnte sich die EKS in den nächsten Jahren besonders profilieren? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Ausschuss ebenfalls. Er sieht Potential im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Vorgeschlagen wird unter anderem die Entwicklung einer eigenen, datenschutzkonformen Kirchen-KI, die den Mitgliedskirchen zur Verfügung stehen könnte.

Weitere Ideen betreffen eine gemeinsame Anlaufstelle für juristische Fragen und Kommunikationskrisen. Die EKS könnte damit insbesondere kleinere Kantonalkirchen entlasten. Solche Dienstleistungen würden kostendeckend angeboten und den jeweiligen Kirchen weiterverrechnet.

Zudem steht der Vorschlag des EKS-Rats im Raum, höhere Erträge aus der Vermögensverwaltung zu erzielen. Der Ausschuss unterstützt diese Idee.

Wie geht es nun weiter?

Der EKS-Rat unterstützt die strategische Grundrichtung des Berichts. An der EKS-Synode vom 2. und 3. November 2026 in Bern soll der Bericht zur Kenntnis genommen und bei Bedarf diskutiert werden. Anschliessend will der Rat die Empfehlungen in die Planung der Legislatur 2027 bis 2030 einarbeiten, dazu soll auch eine Antwort des Rates auf die Zürcher Sparmotion gehören. Wie die Sparmassnahmen konkret umgesetzt werden, dürften die Delegierten der Landeskirchen an der EKS-Sommersynode im Juni 2027 erfahren, diese findet in Zürich statt.

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