EKS-Synode

Reformierte Kantonalkirchen kürzen Beiträge

Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) muss mit weniger Geld der Kantonalkirchen auskommen. Die Synode hat eine Motion angenommen, die eine Kürzung der Mitgliederbeiträge um zehn Prozentpunkte vorsieht. Für die Umsetzung bleibt noch Zeit.
Die Delegierten der Landeskirchen haben sich dafür ausgesprochen, dass die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz künftig mit tieferen Mitgliederbeiträgen auskommen muss. (Bild: Stephan Jütte/ EKS)

Langsam, aber stetig sinken die Mitgliederzahlen in den reformierten Landeskirchen. Die Kirchen müssen mit weniger Geld auskommen, sie stehen unter Spardruck. «Es ist kein einfacher Prozess, aber wir müssen uns ihm stellen», sagte Esther Straub, reformierte Kirchenratspräsidentin im Kanton Zürich, an der Sommersynode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) in St. Gallen. Straub begründete eine Motion, die sie eingereicht hatte.

Der Vorstoss verlangt, dass der EKS-Rat die Mitgliederbeiträge ab 2028 um zehn Prozentpunkte reduziert. Konkret kommt das einer Kürzung der Einnahmen bei den Mitgliederbeiträgen von aktuell rund 5,9 Millionen Franken auf neu rund 5,3 Millionen Franken gleich, wie Straub vorrechnete.

Appenzeller Kirchenratspräsidentin: «Wir brauchen Entlastung»

Die Motion sei keine «Sparübung aus Prinzip» sagte die Luzerner Synodalratspräsidentin Lilian Bachmann, sondern ein sachlich begründetes Anliegen. Der Vorstoss sei Ausdruck von Verantwortung in Zeiten wachsender finanzieller Herausforderungen und volatiler wirtschaftlicher Entwicklungen sowie struktureller Veränderungen in den Kirchen, sagte Bachmann. «Es geht um die nackte Realität».

In den Kantonalkirchen würde der Spielraum für neue Ideen und Projekte immer kleiner und das Geld immer weniger, während die Aufgaben immer mehr würden, sagte Martina Tapernoux, Kirchenratspräsidentin beider Appenzell. «Wir brauchen Entlastung».

Um ihre Worte zu unterstreichen, griff Tapernoux zu einem privaten Vergleichsbeispiel. Sie habe kürzlich die Fassade ihres Wohnhauses renoviert. Dabei habe sie sich auch zuerst Gedanken gemacht, wie viel Geld zur Verfügung stehe und nicht zuerst überlegt, was sie gern hätte und sich erst dann gefragt, wie sie es finanziere. «Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir beginnen, Leistungen abzubauen», sagte Tapernoux. Auch die Delegierten der Nordwestschweiz unterstützten die Motion.

EKS-Rat: «Bedürfnisanalyse vor Pauschalkürzung»

Gegen die Motion und die damit verbundene Kürzung stellten sich die Delegierten von Refbejuso. Das Anliegen der Motionäre sei zwar nachvollziehbar, sagte Annette Geissbühler. Aber eine Kürzung um zehn Prozentpunkte (entspricht etwa 600'000 Franken) reisse ein grosses Loch in das Budget der EKS. «Dieses Geld fehlt bei Leistungen, die insbesondere die kleinen Kantonalkirchen selbst nicht stemmen können», sagte Geissbühler.

Der Rat nehme die finanzielle Situation der Kantonalkirchen sehr ernst, sagte EKS-Ratsmitglied Philippe Kneubühler. Der EKS sei bewusst, dass auch sie sparen müsse. Man bevorzuge aber vorab eine Bedürfnisanalyse anstelle pauschaler Kürzungen. 

«Wir möchten prüfen, welches die Aufgaben der EKS sind, was es braucht, und worauf verzichtet werden kann», sagte Kneubühler. «Wir möchten nicht mit Abstrichen anfangen, sondern mit Abklärungen». In der Abstimmung fand der Rat kein Gehör. Die Delegierten überwiesen die Motion mit 40 Ja- zu 20 Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen.

Wie die Kürzungen konkret erzielt werden können, kann der Rat mit einem neuen Handlungsfeld ermitteln. Die Delegierten haben sich nämlich mit 41 Ja- zu 19 Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen dafür ausgesprochen, ein «Leistungsprofil EKS» einzurichten, wo diese Fragen diskutiert werden können.

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