Deutschland

Gedenkstättenleiter gegen rechte Instrumentalisierung von Bonhoeffer

Im KZ Flossenbürg wurde Dietrich Bonhoeffer 1945 ermordet. Der Leiter der Flossenbürger Gedenkstätte äussert sich nun, denn: Der umstrittene Film «Bonhoeffer» läuft ab März in deutschen Kinos.

Der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Jörg Skriebeleit, hat das Vereinnahmen von Dietrich Bonhoeffer durch evangelikale Rechte in den USA kritisiert. Es sei unerträglich, sagt Skriebeleit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es handle sich um eine komplette Umzeichnung und Instrumentalisierung der historischen Figur Bonhoeffer und seiner Theologie.

Jüngst entfacht wurde die Kontroverse durch den Film «Bonhoeffer» (ref.ch berichtete), der im März in Deutschland anläuft. Dieser Spielfilm mit seinen fiktionalen Elementen sei «nicht das eigentlich Problematische», sondern wie er vom US-evangelikalen Filmvertrieb «neu aufgeladen» werde, meint Skriebeleit. Dabei finde eine «Umdeutung und Verzerrung des Symbols Bonhoeffer» statt.

Spätestens seit den 1970er Jahren sei Bonhoeffer eine «Ikone» gewesen, die von unterschiedlichen Gruppen vereinnahmt worden sei, sagt Skriebeleit. Konservative Militärs wie Friedensbewegte aus Kirchenkreisen hätten sich auf ihn bezogen.

Der evangelische Theologe und Widerstandskämpfer war am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg von Nationalsozialisten ermordet worden. Zuvor war er in Berlin in Haft und im Konzentrationslager Buchenwald interniert gewesen.

Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg begeht Bonhoeffers 80. Todestag mit einer Reihe von Veranstaltungen. Man wolle versuchen, die historische Person und das Symbol Bonhoeffer «zu dekonstruieren und dabei den Menschen Dietrich Bonhoeffer wieder zurückzuholen». (epd/dst)

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