Wegen Tweets: Uni Bern entlässt Dozenten
Die Leitung der Universität Bern entlässt einen umstrittenen Dozenten fristlos und lässt die Vorgänge in jenem Institut untersuchen, in dem der Mann gelehrt hat. Das schreibt sie in einer Mitteilung auf ihrer Website.
Der Mann arbeitete als Dozent am Institut für Studien zum Nahen Osten und zu muslimischen Gesellschaften (ISNO) der Universität Bern. Anlässlich des Angriffs der Hamas auf Israel hat er zwei Tweets veröffentlicht.
Im einen versah er einen Videoclip der Terrororganisation mit einem sarkastischen Kommentar. Mit dem anderen dankte er der Hamas für das beste Geschenk, das er vor seinem Geburtstag bekommen habe. Die Universitätsleitung zog kurz darauf erste Konsequenzen und stellte den Dozenten frei. Die Tweets wurden gelöscht.
Nun hat sie weitere Entscheidungen getroffen. «Die fristlose Kündigung erfolgt aufgrund des untolerierbaren Verhaltens und des damit einhergehenden Vertrauensverlusts», schreibt die Universität. Die Glaubwürdigkeit des Instituts soll mittels der Administrativuntersuchung wieder hergestellt werden.
Voraussichtlich zwei Monate werde die Untersuchung in Anspruch nehmen, heisst es. Für diese Zeit wird eine der Co-Institutsleiterinnen freigestellt. Laut «20 Minuten» ist sie mit dem betreffenden Dozenten verheiratet und hatte in einer Stellungnahme seine Posts relativiert. Bereits 2013 sei der Dozent mit einem Tweet negativ aufgefallen, schreibt der «Tagesanzeiger»: Damals postete er einen Witz über den Holocaust. (dst)