Krieg im Nahen Osten

Basler wollen Juden schützen

Der Krieg im Nahen Osten hält an. In Basel sollen nun alle Männer Kippa tragen, um Juden zu schützen. Die Idee kommt von Reformierten und geht zurück auf den Zweiten Weltkrieg.

Nach dem Angriff der radikal-islamistischen Hamas auf Israel Anfang Oktober hält das gegenseitige Bombardement an. In diesem Zusammenhang ist es in der Schweiz in verschiedenen Städten nun zu Kundgebungen gekommen. In Basel wären sowohl Pro-Israel als auch Pro-Palästina Demonstrationen geplant gewesen. Die Basler Stadtpolizei hat diese jedoch aufgrund von Sicherheitsbedenken kurzfristig untersagt.

Nun meldet sich die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt zu Wort. Der Baselstädtische Kirchenratspräsident Lukas Kundert ruft Basler dazu auf, Kippa zu tragen. «Das ist keine Solidaritätsaktion», betont Kundert im Gespräch mit ref.ch. Vielmehr gehe es darum, Juden vor möglichen Übergriffen zu schützen. «Wenn alle Männer in Basel Kippa tragen, sind Juden nicht mehr erkennbar.»

Jüdische Menschen hätten Angst, vor die Türe zu gehen und die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Solange Morddrohungen der Hamas in der Luft lägen, solange wolle er die Schutzaktion aufrecht halten, sagte Kundert, der selbst ebenfalls eine Kippa tragen wird. Viele Basler hätten ihm bereits Unterstützung zugesichert.

Kundert wünscht sich, dass sich ein breiter Teil der Bevölkerung dem Aufruf anschliesst und sich auch Männer in anderen Städten dazu bewegen lassen, etwa in Zürich, wo ebenfalls viele Juden zuhause sind. «Wir wollen alle gemeinsam für unsere Mitmenschen ein starkes Zeichen setzen.»

Die Idee für die Aktion ist laut Kundert spontan entstanden. Deren Hintergrund: Im Zweiten Weltkrieg befahlen die deutschen Besatzer in Dänemark lebenden Juden, zur Erkennung den gelben Stern zu tragen. Angeblich antwortete der dänische König Christian X. darauf, jeder Däne sei genauso gut wie der andere. Er, der König, sei der Erste, der den gelben Stern trage und er erwarte, dass alle Dänen seinem Beispiel folgten. (jow)