Verletzte und Kranke verlassen Gazastreifen
Erstmals seit Beginn des Nahost-Kriegs sind Patienten aus dem umkämpften Gazastreifen zur Behandlung nach Ägypten gebracht worden. Das bestätigte ein Sprecher des ägyptischen Gesundheitsministeriums. Ägypten hat sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Aufnahme von 81 Verletzten und Kranken bereiterklärt.
Die WHO begrüsste die Entscheidung. Die Organisation arbeite mit der ägyptischen Gesellschaft des Roten Halbmonds zusammen, um sicherzustellen, dass die Patienten auch psychologisch versorgt werden, sagte ein WHO-Sprecher. Tausende weitere Menschen im Gazastreifen benötigten jedoch Zugang zu Gesundheitsdiensten.
Zu den Bedürftigen gehörten schwer verletzte Zivilisten, darunter viele Kinder, sowie Dialyse- und Krebspatienten. In Gaza mangele es an Medikamenten, medizinischem Material, Treibstoff, Wasser und Lebensmitteln.
Über 200 Lastwagen brachten Hilfsgüter
Seit der zweiten Oktoberhälfte hätten über 200 LKW Lebensmittel, Wasser, Medizin und andere Hilfsgüter für die notleidende Bevölkerung in dem Palästinensergebiet geliefert, teilte das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe mit Sitz in Genf mit. Allerdings seien unter den Gütern nicht die dringend benötigten Treibstoffe für Generatoren und Fahrzeuge.
Die Lieferungen über den Grenzposten Rafah zwischen Ägypten und Gaza wurden am 21. Oktober wieder aufgenommen. Israel, Ägypten, die USA und die UN hatten sich darauf geeinigt. Nach Ansicht von UN-Experten genügen die aktuellen Lieferungen nicht: Sie sagen, dass mindestens 100 LKW pro Tag Waren in den Gaza-Streifen transportieren müssten, um die 2,3 Millionen Menschen zu versorgen.
Terroranschlag löste den Krieg aus
Am 7. Oktober hatte die radikalislamische Hamas, die den Gaza-Streifen beherrscht, einen Terrorangriff auf Israel verübt. Bei Massakern töteten sie an jenem Tag über 1000 Männer, Frauen und Kinder und verbreiteten Videos und Bilder davon über die sozialen Medien. 235 Menschen jeden Alters verschleppten sie als Geiseln in den Gaza-Streifen. Israel reagierte mit heftigem Beschuss und der Abriegelung des Gebietes. (epd/ dst)