Ukraine-Krieg sorgt für Rekordergebnis beim Heks
Letztes Jahr hat das Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz Heks 114 Millionen Franken eingenommen. Dabei handelt es sich um einen Rekord, wie Heks in einer Medienmitteilung schreibt. Grund dafür sei die grosse Unterstützung institutioneller Geldgeber, der Bevölkerung und der Kirchen für die Unterstützung von Menschen in der Ukraine sowie ukrainische Flüchtlinge in der Schweiz.
Es handelt sich um das erste Jahresergebnis seit der operativen Fusion des Heks mit «Brot für alle». Diese sei organisatorisch und finanziell erfolgreich verlaufen, steht in der Medienmitteilung. Sowohl in der Entwicklungspolitik als auch bei der Programmarbeit konnten Synergien geschaffen werden.
Als Beispiel nennt Mediensprecher Lorenz Kummer auf Anfrage von ref.ch den Themenschwerpunkt Klimawandel. «Wir bekämpfen den Klimawandel nicht nur mit Projekten im globalen Süden, sondern auch auf politischer Ebene in der Schweiz», sagt Kummer.
Initiativen im Klimabereich
Während die Programme im globalen Süden Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel enthielten, beteilige sich Heks in der Schweiz an der Klimaallianz oder unterstütze etwa eine Klage indonesischer Bürgerinnen gegen den Holcim-Konzern. Kummer führt die Synergien auf die zuvor unterschiedliche Ausrichtung und Expertise der beiden Organisationen zurück.
Laut Heks sind die Verwaltungskosten trotz des höheren Gesamtaufwands stabil geblieben. Allerdings hat dieser Umstand laut Kummer wenig mit den Synergien zu tun. «Die zusätzlichen Einnahmen sind vorwiegend dem Ukraine-Effekt zuzuschreiben.» Dafür seien wenig zusätzliche Anstrengungen im Fundraising nötig gewesen. Zudem konnte Heks bei seinen Ukraine-Projekten auf ein bestehendes Netz von Partnerorganisationen aus der kirchlichen Zusammenarbeit und der humanitären Hilfe zählen.
Sorge unbegründet
Die Sorge vor Mindereinnahmen, weil Doppelspender in Zukunft nur noch einer Organisation Geld geben, hat sich dagegen als unbegründet erwiesen. Gemäss Kummer sind die Einnahmen in allen Bereichen gestiegen, lediglich die Spenden und Legate ohne Zweckbestimmung seien weniger geworden – wobei die Einnahmen durch Legate erfahrungsgemäss grossen Schwankungen ausgesetzt sind.
Unter dem Strich steht dem Ertrag von 114 Millionen Franken ein Aufwand von 108 Millionen Franken gegenüber. Heks hat 303 Projekte im In- und Ausland unterstützt, in die kirchliche Zusammenarbeit in Osteuropa und im Nahen Osten investiert und humanitäre Hilfe in Krisengebieten geleistet. Die Projekte in der Schweiz beinhalten die Unterstützung sozial benachteiligter Menschen und die Rechtsberatung von Asylsuchenden. (pef)