Menschenrechtstag

EKS kritisiert Katar

Zum internationalen Menschenrechtstag am 10. Dezember prangert die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) das Emirat Katar an. Für die Fussball-WM müssten dort Migranten unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten.

Die EKS und die Menschenrechtsorganisation ACAT-Schweiz fordern von Katar die Einhaltung der Menschenrechte. Dies steht in ihrem Text «Menschenrechte sind kein Spiel» zum Menschenrechtstag am 10. Dezember. Arbeitsmigranten würden dort unter prekären Bedingungen leben und arbeiten, gerade auch im Hinblick auf die Fussball-WM Ende 2022.

Freiheits- und Persönlichkeitsrechte hätten im Emirat keine Gültigkeit, so heisst es im Text. Dabei sei der Schutz von fremden Menschen eine alte Forderung, die in der Bibel wie auch im Koran vorkomme. In Katar könnten Menschen christlichen Glaubens ihre Religion aber nicht öffentlich bekennen und leben.

Wirtschaftliche Interessen wichtiger

Für die EKS und ACAT-Schweiz wirft das die Frage nach den Kriterien für die Vergabe von internationalen sportlichen Grossveranstaltungen auf. Denn solche Anlässe würden als Symbol für die friedliche Begegnung der Völker angepriesen. Doch ein Wettkampf könne nicht friedlich sein, «wenn er in Stadien ausgetragen wird, die unter menschenunwürdigen Umständen erbaut wurden».

Ausserdem kritisiert die EKS auch die Politik. Ökonomische Anliegen seien in der Beziehung zu Katar wichtiger als die Menschenrechte. So habe die Schweiz 2019 dem Export von zwei Flugabwehrsystemen zugestimmt, obwohl Katar die Menschenrechte «systematisch und schwerwiegend» verletze.

Die EKS will mit dieser Botschaft Kirchen und Kirchgemeinden dazu anregen, das Thema aufzugreifen. (mos)