Bündner Reformierte wählen neuen Kirchenrat
Die reformierten Bündner Pfarrpersonen haben in Chur Christoph Zingg in den Kirchenrat gewählt. Zingg erreichte mit 50 von 59 gültigen Stimmen das absolute Mehr im ersten Wahlgang, wie es in einer Mitteilung vom 1. Februar heisst. Christoph Zingg ist seit drei Monaten Pfarrer in der Region Cadì und Geschäftsführer der Stiftung «Mo Vinamon». Elf Jahre lang hat er in Zürich die Sozialwerke Pfarrer Sieber geleitet. Sein neues Amt als Chef des Departements «Aussenbeziehungen» tritt Zingg per sofort an. Aus dem Kirchenrat verabschiedet wurden Pfarrerin Miriam Neubert, die neu für die Berner Kirche arbeiten wird, und aus Dekanat und Liturgiekommission Pfarrer Kaspar Kunz.
Neben den Wahlen nahmen die Pfarrerinnen und Pfarrer nochmals Stellung zur «Ehe für alle». «Die Paare sollen sich willkommen fühlen» heisst es laut Mitteilung in einem internen Papier. Der Entscheid des Stimmvolks vom 26. September zur Öffnung der Ehe sei ein Entscheid für die gelebte Vielfalt und gegen Diskriminierung. Eine kirchliche Trauung in einer der reformierten Kirchen sei möglich, sobald ein Paar die Ehe auf dem Zivilstandsamt geschlossen hat. Pfarrpersonen, die das aus Gewissensgründen nicht tun können oder wollen, hätten für eine Stellvertretung zu sorgen, so das Papier weiter. Eine Arbeitsgruppe sei zudem zum Schluss gekommen, dass liturgische Anpassungen nicht nötig seien. Die ersten Trauungen von gleichgeschlechtlichen Paaren dürften im Sommer zu erwarten sein.
Auch auf der Traktandenliste stand die neue Verfassung: Der Gesetzesentwurf über die landeskirchliche Rechtspflege war unbestritten. Als nächste Meilensteine stünden Erlasse zur Zuteilung der Pfarrstellenprozente an, eine Revision der Verordnung über Aufbau und Leben der Kirchgemeinde und ein neuer Finanzausgleich.
Abgeschafft haben die Synodalen die Bündner Prüfungskommission, die bisher im Falle ausländischer Bewerber aktiv wurde. Neu sollen Bewerberinnen und Bewerber durch das Dekanat begleitet werden. (bat)