Graubünden wählt neue Kirchenrätin

Der Bündner Evangelische Grosse Rat hat an seiner Frühjahrssitzung Erika Cahenzli neu in den Kirchenrat gewählt. Die Rechnung schloss mit einem Überschuss.


Das Kirchenparlament tagte wegen des Corona-Virus in der Stadthalle in Chur, damit die Distanzgebote eingehalten werden konnten. Dabei wurde Kirchenratspräsident Andreas Thöny nach siebeneinhalb Jahren verabschiedet, wie es in einer Medienmitteilung vom 4. Juni heisst. Gewürdigt wurde sein Engagement, es seien in seiner Amtszeit «wichtige Weichenstellungen» erfolgt. So sei die Volksinitiative zur Abschaffung der Kultussteuer abgelehnt und die Totalrevision der Kirchenverfassung abgeschlossen worden. Andreas Thöny übernimmt ab Juli die Leitung der sozialen Dienste in Chur.

Neu in den Kirchenrat gewählt wurde Erika Cahenzli, Grossrätin, Primarlehrerin und Kirchgemeindepräsidentin in Untervaz. Sie wird ihr Amt auf den 1. Januar 2021 antreten. Die bisherigen Kirchenratsmitglieder Eugen Caduff, Barbara Hirsbrunner und Frank Schuler wurden wiedergewählt. Zwei weitere Mitglieder des Rats werden Ende Juni von der Pfarrsynode bestimmt, die Dekanin Cornelia Camichel Bromeis ist aufgrund ihres Amtes Mitglied des Rats. Sie übernimmt zwischenzeitlich die Leitung des Gremiums, bis der Grosse Rat im Herbst über das Präsidium entscheidet.

Trotz Gewinn beim Budget aufpassen

Weiter genehmigte der Evangelische Grosse Rat den Amtsbericht und die Rechnung des Kirchenrats. Die Rechnung schloss mit einem Plus von 5788 Franken. Das gute Ergebnis sei auf «solide Steuererträge und Vermögenserträge» zurückzuführen. Zudem war weniger Geld nötig für die Renovation von Kirchgebäuden, weniger als die Hälfte des sonstigen Jahresschnitts. Trotzdem mahnte der Finanzchef Eugen Caduff zu Zurückhaltung bei der Budgetierung. Die Zukunft sei unsicher, auch wegen Corona.

Das Gesetz zur Bildung von Kirchenregionen nahm der Rat einstimmig an. Bisher gab es zehn sogenannte «Kolloquien», ab 2021 dürften dann zwölf Kirchenregionen entstehen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Der Grundstein für die Regionen wurde bereits mit der neuen Verfassung gelegt, die seit Januar 2019 in Kraft ist. Das Gesetzt steckt nun den Rahmen genauer ab und soll dabei die «Zusammenarbeit der Kirchgemeinden fördern und ein vielfältiges Angebot auch bei Kleinstgemeinden sicherstellen». (mos)