EKS-Synode

Beiträge: «Es ist eine Schmerzgrenze erreicht»

Der EKS-Rat erhebt die gleiche Summe an Mitgliederbeiträgen wie seit Jahren. Doch die Landeskirchen verlieren Mitglieder und müssen sparen. Sie erhöhen den Druck auf die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz.

Die Zürcher Kirchenratspräsidentin Esther Straub kritisierte die Berechnung der Mitgliederbeiträge an die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS). Etliche Delegierte anderer Landeskirchen taten es ihr gleich. (Bild: EKS)

Die Debatte über das Budget 2025 und den Finanzplan der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) ist von einem Thema geprägt gewesen: Der Berechnung der Höhe der Beiträge der Mitgliedskirchen an die EKS. Viele Landeskirchen kritisierten den Beitragsschlüssel als «intransparent» oder «willkürlich».

Christoph Weber-Berg, Kirchenratspräsident der Aargauer Landeskirche, hatte eine Motion zum Thema eingereicht (ref.ch berichtete). Im Rahmen der Budgetdiskussion wehrten sich Zürich und die Zentralschweiz gegen die kurzfristige Anpassung des Beitragsschlüssels für den Voranschlag 2025.

Sogar die GPK räumte Fehler ein. Gabriele Schäfer sagte für die Kommission: «Die GPK hätte sicher anschauen müssen, dass der Schlüssel schon für 2025 angepasst wurde.» Das habe die GPK versäumt, sagte Schäfer und ergänzte: «Das geht auf mein Haupt.» Bereits am Montag hatte EKS-Rätin Ruth Pfister Fehler bei der Berechnung des Schlüssel zugeben müssen (ref.ch berichtete). Sie entschuldigte sich «von ganzem Herzen»: «Das hätte nicht passieren dürfen.»

Mitgliedskirchen müssen sparen

In der Budgetdebatte stellte Zürichs Kirchenratspräsidentin Esther Straub klar: «Wir tragen gewisse Anpassungen im Beitragsschlüssel mit, aber nicht, dass im Hintergrund Gruppierungen angepasst werden.» Diese Gruppierungen dienen zur Berechnung der Beiträge und wirken sich auf deren Höhe aus. Die Zürcher Landeskirche zahlt mit über 1,6 Millionen Franken (2024) den höchsten Beitrag an die EKS. Doch Straub sagte: «Wir werden auch kleiner.» Die Zürcher Landeskirche müsse 10 Millionen Franken einsparen. «Wenn wir noch mehr an die EKS bezahlen müssen, ist eine Schmerzgrenze erreicht.»

Die Zentralschweizer Delegierten stellten den Antrag, auf die kurzfristige Anpassung des Beitragsschlüssels zu verzichten und mit jenen Zahlen weiterzufahren, die bis 2024 galten. Lilian Bachmann, Synodalratspräsidentin der reformierten Kirche Kanton Luzern, verdeutlichte: «Auch wir verlieren Mitglieder, dass es uns den Boden unter den Füssen wegreisst, seit der Publikation der katholischen Missbrauchsstudie.»

Aufgaben der EKS diskutieren

Gegen den veränderten Beitragsschlüssel äusserten sich auch die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und unterstützten die Forderung, ihn auf den Prüfstand zu stellen. Annette Geissbühler-Sollberger ging noch weiter: «Die Dringlichkeit ist weiterhin gegeben, zu diskutieren, welche Aufgaben die EKS übernehmen und welche Beiträge die Mitgliedskirchen zahlen sollen.»

Die Synode nahm den Antrag der Zentralschweiz mit grossem Mehr an: Die Mitgliederbeiträge werden nach dem bestehenden Schlüssel festgelegt, bis eine neue Berechnungsform ausgearbeitet sein wird. Sie sagte auch Ja dazu, dass die Summe der Mitgliederbeiträge wie gehabt rund 5,92 Millionen Franken betragen wird.

Synodale zerzausen Finanzplan...

Doch damit riss die Kritik am EKS-Rat nicht ab. Die Finanzplanung 2026-2029 sieht vor, dass die EKS auch in den kommenden Jahren rund 5,92 Millionen Franken an Beiträgen aus den Landeskirchen erhalten soll.

Christoph Weber-Berg kritisierte, dass man weiterhin von dieser Summe ausgehe und forderte, dass man diesen Posten prüft.

Der Walliser Vertreter Daniel Rüegg sagte, ein Finanzplan mit unverändertem Beitrag der Mitglieder bis 2029 sei nicht gut. Denn: «Auch die EKS wird sparen müssen.»

...und sprechen über Konsequenzen

Laurent Perrin trat für die Delegierten aus der Nordostschweiz ans Rednerpult und sagte, die Ausgaben der EKS seien im Finanzplan intransparent und ungenügend ausgewiesen. «Im aktuellen Format kann der Finanzplan seine Funktion nicht erfüllen.» Er regte an, dass die Synode künftig den Finanzplan nicht mehr nur zur Kenntnis nehmen müsse, sondern dass er ihr zur Genehmigung vorzulegen sei.

Als Reaktion auf die Voten sagte Esther Straub: «Wir machen gerne mit dem Wallis eine Motion. Wir werden darin eine Kürzung der Beiträge um 10 Prozent einfordern.» Sie lud andere Landeskirchen dazu ein, sich daran zu beteiligen.

Das veranlasste EKS-Ratspräsidentin Rita Famos dazu, das Wort zu ergreifen: «Ich finde es schwierig, wenn wir an den Zahlen schrauben, bevor wir die strategische Diskussion geführt haben.» In dieser Diskussion solle festgelegt werden, welche Aufgaben die EKS habe und wie viel deren Erfüllung kosten solle. «Seit 15 Jahren steht das Thema im Raum», räumte Famos ein, «und jetzt führen wir die Diskussion.»