Rat entschuldigt sich für Berechnungsfehler
Die Aufgabe, den Schlüssel zur Berechnung der Beiträge der Mitgliedskirchen an die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) zu erklären, ist Ruth Pfister zugekommen. Die Aargauer Landeskirche hatte nachgerechnet und festgestellt, dass sie zu hohe Beiträge bezahlt (ref.ch berichtete). In einer Motion fordert sie, dass der Beitragsschlüssel überarbeitet wird. Er solle transparenter, einfacher und besser nachvollziehbar sein.
EKS-Rat: «Das hätte nicht passieren dürfen.»
EKS-Rätin Pfister leitete den Schlüssel geschichtlich her, ausgehend von 1977. Zur Überarbeitung des Schlüssels im Jahr 2015 sagte sie: Man habe eine pragmatische und verträgliche Berechnung finden wollen, aus der dieselben Ergebnisse resultieren sollten wie bisher. Die damalige Arbeitsgruppe habe erkannt, dass es unmöglich sei, die Berechnung exakt vorzunehmen. Man habe sich darauf geeinigt, dass die Abweichung der Beträge zum Vorjahr nicht mehr als jeweils fünf Prozentpunkte betragen solle.
Mit Blick auf die Aargauer Motion sagte sie: «Wir haben im Voranschlag einen Fehler gemacht. Aus Versehen haben wir die falsche Zahl des Anteils der reformierten Bevölkerung genommen.» Deshalb habe man die Gruppenbildung anpassen müssen, mit der die Korrekturfaktoren zur Beitragsberechnung festgelegt werden. Ansonsten wäre die
5 Prozent-Grenze verletzt worden. «Für diesen Fehler entschuldigen wir uns von ganzem Herzen», sagte Pfister, «das hätte nicht passieren dürfen.»
Zürich: «Sehr hoher Diskussionsbedarf»
Der EKS-Rat nehme die Motion des Aargauer Kirchenratspräsidenten Christoph
Weber-Berg gerne entgegen. Eine Arbeitsgruppe soll nun den Schlüssel überarbeiten. Aufgrund der Komplexität der Berechnungen könne dieser aber frühestens für den Voranschlag 2027 angewendet werden.
Motionär Christoph Weber-Berg sagte: «Ich glaube, es handelt sich nicht nur um ein Aargauer Problem. Wir könnten alle profitieren.» Die Zürcher Landeskirche unterstützt das Aargauer Anliegen. Die Zürcher Kirchenratspräsidentin Esther Straub sagte: «Auch Zürich hat zu viel bezahlt. Es gibt Gruppierungen zur Berechnung, deren Festlegung nicht transparent ist.» Es bestehe ein «sehr hoher Bedarf», die Berechung des Beitragsschlüssels zu diskutieren.