Abstimmungskampf

Auch im Toggenburg wehen jetzt die Kovi-Flaggen

Die reformierte Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg im Kanton St. Gallen wirbt mit Bannern an den Kirchtürmen für die Konzern­verantwortungsinitiative. Keine Einwände gegen die Aktion gibt es von Seiten des Kirchenrats.

Der Abstimmungskampf um die Konzernverantwortungsinitiative (Kovi) geht in die heisse Phase. Ganz vorne mit dabei sind die Kirchen. So hissten vor zwei Wochen zwanzig Kirchgemeinden und Pfarreien in der Region Bern Kovi-Banner an ihren Gebäuden. Farbe bekennen will nun auch die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg im Kanton St. Gallen. Die dortige Leitung habe entschieden, entsprechende Flaggen an den Türmen der drei Kirchen aufzuhängen, heisst es in einer Mitteilung auf der Webseite der Gemeinde.

Die Kirchgemeinde begründet die Aktion mit den zentralen Anliegen der Initiative. Diese gründe auf der Nächstenliebe und der Bewahrung der Schöpfung. «Gott macht sich für die Unterdrückten stark und setzt sich für Gerechtigkeit ein. Als Kirche tun wir das auch.» Zudem will die Kirchgemeinde das Thema im Gottesdienst am Reformationssonntag aufnehmen.

Keine Einwände von der Kirchenleitung

Politische Aktionen von Kirchgemeinden sind nicht von allen Kirchenleitungen gern gesehen. So untersagte der Zürcher Kirchenrat vor einigen Wochen das Werben mit Plakaten oder Bannern. In der St. Galler Kantonalkirche lässt man den Gemeinden hingegen freie Hand. «Sie sind frei in der Wahl ihrer Mittel, auch wenn wir sie nicht teilen», sagt Kirchenratspräsident Martin Schmidt auf Anfrage von ref.ch.

Die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons St. Gallen hat sich bereits im vergangenen Jahr für die Anliegen der Kovi ausgesprochen. Zudem ist sie Mitglied im Komitee «Kirche für Konzernverantwortung». Diesem gehören rund 600 Kirchgemeinden und Pfarreien sowie diverse Organisationen wie Heks oder Brot für alle an. (no)