Aargauer Reformierte lehnen Unterstützung für Konzern-Initiative ab

An der Synode der Reformierten Kirche Aargau wurde hitzig darüber diskutiert, ob die Kirche die Konzernverantwortungs-Initiative unterstützen soll. Dabei fielen auch Begriffe wie «Linkspopulismus» und «Rechtspopulismus». Schliesslich erteilten die Synodalen der Unterstützung eine Abfuhr.


Die Konzernverantwortungs-Initiative erregte bei den Synodalen der Reformierten Kirche Aargau die Gemüter. So wurde an der Synode «kontrovers und hitzig» darüber diskutiert, ob die Landeskirche der Plattform «Kirche für Konzernverantwortungs-Initiative» beitreten soll. Anlass dafür war eine entsprechende, in ein Postulat umgewandelte Motion, wie es in einer Medienmitteilung vom 5. Juni heisst.

Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg brachte in seiner Antwort seine klare Unterstützung für die 2016 auch von kirchlichen Hilfswerken eingereichte Volksinitiative zum Ausdruck. Er äusserte aber auch Bedenken, ob die vorgeschlagenen rechtlichen Instrumente der richtige Weg zur Umsetzung dieser Anliegen seien. Der Kirchenrat wollte, dass die Synode inhaltlich über die Initiative diskutiert und lehnte deshalb das Postulat ab. Daraufhin entbrannte eine «intensive Diskussion», wie es in der Mitteilung heisst.

Kein Schweizer Alleingang

So hätten die einen betont, dass die Kirche sich für die Menschenrechte und den Umweltschutz auch in anderen Ländern einsetzen müsse und dass unverantwortlich handelnde Unternehmen für ihre Vergehen in anderen Ländern auch in der Schweiz zur Verantwortung gezogen werden müssten. Die Kirche gelte in der Gesellschaft immer noch als Gewissen der Nation und müsse sich für die einsetzen, die keine Stimme haben, begründeten die Befürworter ihre Unterstützung. Andere Synodale fanden, dass die Kirche oft zu wenig mutig Position beziehe und hier gefordert sei.

Auf der anderen Seite formierte sich jedoch deutlicher Widerstand gegen das Postulat. So wurde unter anderem die pauschale Verurteilung von Unternehmen und ein Schweizer Alleingang «mit Weltverbesserungsanspruch» kritisiert. Auch wurde infrage gestellt, ob die Synode der richtige Ort für die Behandlung von politischen Themen und Stellungnahmen sei. In der gemäss Mitteilung zunehmend hitzigeren Debatte seien Vorwürfe des Linkspopulismus und Rechtspopulismus gemacht worden. Nach einer halbstündigen Diskussion wurde das Postulat mit 75 zu 39 Stimmen deutlich abgelehnt.

Jahresrechnung schliesst mit Gewinn

Die anderen Geschäfte wie das neue Arbeitszeitmodell für Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone oder die Einführung einer Software zur Verwaltung aller Mitglieder der Kirchgemeinden wurden gutgeheissen.

Die Synode genehmigte ausserdem die Rechnung 2018, die mit einem Gewinn von 84’990 deutlich besser als budgetiert ausgefallen war. Veranschlagt worden war ein Verlust von 237’359 Franken. Die Synode wählte zudem die beiden Synodalen Andrea Giger aus Möhlin und Reihnhold Lückhardt aus Dürrenäsch in die Herausgeberkommission der Zeitung reformiert.Aargau. (bat)