Hilfswerke werfen Glencore verantwortungsloses Handeln vor

Ein neuer Bericht von Brot für alle und Fastenopfer kritisiert den Schweizer Rohstoffkonzern nach wie vor wegen grober Umweltverschmutzung in der Demokratischen Republik Kongo.


Die Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer sind nicht überzeugt von Glencores Bemühungen für Umweltschutz und Menschenrechte. Der Rohstoffkonzern betreibt umstrittene Kupfer- und Kobaltminen in der Demokratischen Republik Kongo. Die Sorgfaltspflicht nehme Glencore dort nur unvollständig war, schliessen die Hilfswerke im jüngsten Bericht über die Situation.

Schuld am Feinstaub

Glencore verschmutze nach wie vor die Luft rund um die Stadt Kolwezi, schreiben die Hilfswerke am 27. November. Der Verkehr zu den Minen verursache eine hohe Feinstaubbelastung. Gerade in der Trockenzeit führe das vermehrt zu Atemwegserkrankungen.

Dazu komme das Problem mit der Bodenverschmutzung. In den letzten Jahren seien die Felder in Minennähe wiederholt verschmutzt worden. Glencore habe die örtlichen Bäuerinnen und Bauern jeweils für Ernteausfall entschädigt. Es habe bisher jedoch noch keine Kompensation für die nachhaltige Beeinträchtigung der Böden gegeben. Zudem habe der Konzern in zwei Fällen die Zusammensetzung der ausgelaufenen Substanzen nicht veröffentlicht.

Hoffen auf Konzernverantwortung

Der Bericht räumt ein, dass Glencore Fortschritte im Gewässerschutz und in der Kommunikation mit der lokalen Bevölkerung gemacht habe. Seit 2011 berichten die beiden Hilfswerke über die Tätigkeiten Glencores in der DR Kongo.

Brot für alle und Fastenopfer kritisieren, dass Verbesserung immer erst auf Druck von Nichtregierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft geschehe. Darum sei eine verbindliche Regelung für international tätige Schweizer Unternehmen nötig. Die beiden Hilfswerke setzen daher auf die Konzernverantwortungsinitiative, die derzeit im Parlament beraten wird. (pd)