Kanada

Weltkirchenrat erschüttert über Fund von Kinderleichen

Der Weltkirchenrat hat der 215 toten Kinder gedacht, die auf dem Gelände einer ehemaligen katholischen Schule in Kanada entdeckt wurden. Er mahnte, dass so etwas nicht mehr passieren dürfe, und drückte seine Solidarität bei der Seelsorge für die trauernden Familien aus.

Ende Mai wurde bekannt, dass die Überreste von 215 Kindern in undokumentierten und unmarkierten Gräbern auf dem Gelände der früheren «Kamloops Residential School» in der Provinz British Columbia gefunden wurden (ref.ch hat berichtet). Die kanadischen Behörden gehen davon aus, dass es sich um indigene Kinder handelt, die in einer sogenannten «Indian Residential School» assimiliert werden sollten. Häufig erlitten sie dabei Gewalt und Vernachlässigung.

Der Interimsgeneralsekretär des Ökumenischen Rates, Ioan Sauca, äusserte am 8. Juni seine tiefe Trauer für die toten Kinder und deren Angehörige. Der Fund habe die Erinnerung an das Trauma und den Horror der kanadischen Kolonialpolitik wieder wachgerufen. Die Weise, in der diese Kinder «verschwanden», sei grauenhaft. «Die Trauer über ihren Tod sollte nicht das letzte Wort haben, sondern uns dazu anspornen, dass so etwas in unserer Welt nie wieder passieren darf», fügte Sauca von der Rumänischen Orthodoxen Kirche hinzu.

Solidarität mit den Kirchen

«Wir alle sind zum Schutz und zur Fürsorge für die Kinder dieser Welt aufgerufen», so Sauca weiter. Ihr Wohlergehen sollte im Mittelpunkt stehen. Er äusserte zudem seine Solidarität mit den Kirchen in Kanada, die sich für die Seelsorge an den trauernden Familien nach dieser furchtbaren Tragödie einsetzen.

Dem 1948 gegründeten Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) gehören 350 Mitgliedskirchen an, die zusammen mehr als 500 Millionen Christen aus protestantischen, orthodoxen, anglikanischen und anderen Traditionen in mehr als 140 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche. (epd/mos)