Vereinte Nationen alarmiert über steigenden Menschenhandel

Der Menschenhandel nimmt laut Schätzungen der Vereinten Nationen immer grössere Ausmasse an. Im Jahr 2016 seien knapp 25'000 Fälle von Menschenhandel aufgedeckt worden. 30 Prozent der Opfer sind Kinder.


Die Staaten müssten entschlossener gegen Menschenhandel vorgehen, betonte Juri Fedotow, der Direktor des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung. Etwa 30 Prozent der Opfer seien Kinder, wobei weit mehr Mädchen als Jungen unter den Betroffenen seien.

Im Jahr 2010 seien es noch weniger als 15’000 entdeckte Fälle von Menschenhandel gewesen, teilte das UN-Büro mit. Auf jeden entdeckten Fall kämen zwei bis sechs nichtendeckte Fälle. Das exakte Ausmass des Menschenhandels sei unbekannt, hiess es.

Hauptgrund: Sexuelle Ausbeutung

Die Menschen würden als Sklaven verkauft und in die Prostitution gepresst, Kinder müssten als Soldaten dienen. Sexuelle Ausbeutung sei in fast 60 Prozent der Fälle der Grund für den Menschenhandel. Nach Angaben Fedotows haben auch Terroristen das Geschäft mit den Menschen entdeckt, damit füllten sie ihre Kassen auf. Zudem würden Kämpfern die Menschen als Sklaven angeboten.

In fast allen Staaten sei Menschenhandel zu beobachten, entweder als Ursprungsland, als Transitland oder Zielland. Für die Untersuchung lieferten 142 Länder Daten an die UN. (epd/bat)