Krieg im Nahen Osten

UNRWA muss Jerusalem verlassen

Israel hat das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA aufgefordert, seine Arbeit in Jerusalem Ende Monat einzustellen. Ein entsprechendes Schreiben hat der israelische UN-Botschafter dem UN-Generalsekretär António Guterres übergeben.

Israel wirft dem UN-Palästinenserhilfswerk vor, dass einige der Mitarbeiter an Terroraktivitäten der Hamas beteiligt gewesen seien. Das israelische Parlament hatte in der Folge per Gesetz ein Arbeitsverbot für UNRWA auf israelischem Staatsgebiet verhängt und israelischen Beamten verboten, mit der Organisation zu kooperieren.

Nun hat die israelische Regierung das Hilfswerk aufgefordert, seine Niederlassung in Jerusalem bis zum 30. Januar zu verlassen. Es wird befürchtet, dass es schwierig bis unmöglich für das Hilfswerk werden könnte, die palästinensische Zivilbevölkerung im Gazastreifen oder im Westjordanland zu versorgen.

Israel will die humanitäre Hilfe für den Gazastreifen mit Hilfe anderer Organisationen gewährleisten. UNRWA-Chef Philippe Lazzarini schrieb zuletzt auf der Plattform X: «Unsere Teams sind entschlossen, zu bleiben und zu liefern.» Er übte erneut scharfe Kritik an Israel. Das Verbot sei «Teil umfassenderer Bemühungen, die palästinensische Geschichte und Identität auszulöschen».

UNRWA kümmert sich bereits seit Jahrzehnten speziell um die Belange palästinensischer Flüchtlinge und betreibt unter anderem Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen. Insgesamt arbeiten mehr als 30’000 Menschen für die Organisation, etwa 13’000 allein im Gazastreifen. In Jerusalem ist UNRWA im arabischen Ostteil der Stadt aktiv. Diesen hatte Israel 1967 während des Sechs-Tage-Krieges erobert und später annektiert. (sda/ dst)

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