UNRWA: UN-Chefs warnen vor Katastrophe durch Zahlungsstopps
Die Chefs von UN-Hilfsorganisationen haben vor katastrophalen Folgen des Zahlungsstopps für das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen UNRWA gewarnt. Die Regierungen müssten die Aussetzung der Finanzüberweisungen überdenken, betonten Nothilfekoordinator Martin Griffiths und weitere Repräsentanten in einer Erklärung.
Nur das UNRWA könne als grösste humanitäre Organisation im Gaza-Streifen Unterstützung für die 2,2 Millionen Betroffenen leisten. Das UNRWA habe Lebensmittel, Unterkünfte und Schutz bereitgestellt, selbst als eigene Mitarbeiter vertrieben und getötet worden seien, erklärten die UN-Chefs.
Die beiden grössten Geberstaaten des Hilfswerks, die USA und Deutschland, sowie weitere Länder haben mit einem Zahlungsstopp auf Terrorismus-Vorwürfe gegen UNRWA-Mitarbeiter reagiert. Israel beschuldigt UNRWA-Beschäftigte, an dem Überfall am 7. Oktober auf den jüdischen Staat beteiligt gewesen zu sein. Die Schweiz unterstützt die UNRWA laut Angaben der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA mit jährlich 20 Millionen Franken.
Mit Philippe Lazzarini steht ausserdem ein Schweizer an der Spitze des UNRWA. Der Direktor des Uno-Hilfswerks sieht sich wegen der Vorwürfe Israels mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. In einer schriftlichen Stellungnahme zeigt er sich schockiert, dass mehrere Länder ihre Zahlungen eingestellt hätten wegen Vorwürfen gegen eine kleine Zahl von Mitarbeitern, welche die UNRWA bereits freigestellt habe. Zudem sei eine Untersuchung gegen sie eingeleitet worden.
Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten wurde 1949 gegründet und beschäftigt rund 30’000 Mitarbeiter.
Nach dem Terrorangriff am 7. Oktober startete Israel eine Offensive gegen die militante Hamas im Gaza-Streifen. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden bereits mehr als 26’000 Menschen in dem Gebiet getötet. Ein Grossteil der Einwohner ist auf der Flucht und dringend auf Hilfe angewiesen. (epd/ dst)