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Synodale zeigen breite Unterstützung für «Ehe für alle»

Das Parlament der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn hat sich dafür ausgesprochen, dass auch gleichgeschlechtliche Paare kirchlich getraut werden können. Zudem haben die Synodalen Annette Geissbühler-Sollberger in die Exekutive gewählt.

An der Sommersynode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn vom 24. bis 25. Mai stand eine Öffnung der kirchlichen Trauung für gleichgeschlechtliche Paare zur Debatte. Dafür musste eine Änderung der Kirchenordnung angenommen werden. Diese wurde klar mit 109 zu 20 Stimmen bei 14 Enthaltungen genehmigt. Nun muss die Änderung noch in einer zweiten Lesung behandelt werden, wie es in einer Mitteilung vom 25. Mai heisst.

Vereinzelte Synodale bekundeten Mühe mit der neuen Regelung. Sie befürchteten, dass Pfarrpersonen, die aus innerer Überzeugung keine Trauung gleichgeschlechtlicher Paare durchführen wollen, in rechtliche Schwierigkeiten geraten könnten.

Der Synodalrat hielt dem entgegen, dass keine Pfarrperson gegen ihre Überzeugung zu einer solchen Trauung gezwungen werden könne. Bei allfälligen rechtlichen Schwierigkeiten werde der Synodalrat vollumfänglich hinter diesen Pfarrpersonen stehen. Die Kirche sei aufgerufen, alle Menschen bedingungslos anzunehmen, was auch der Kern der biblischen Botschaft sei.

Wechsel in der Kirchenleitung

Nach vier Jahren im Amt ist Synodalrat Roland Stach von den Synodalen in der Kongresshalle der Bernexpo mit einer «standing ovation» verabschiedet und geehrt worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Als Nachfolgerin wählte die Synode die 64-jährige Annette Geissbühler-Sollberger in die Kirchenexekutive. Die in Oberhofen wohnhafte studierte ETH-Agronomin, gelernte Bäuerin, vormalige Direktorin der Berner Schule NMS und Mutter von vier erwachsenen Söhnen sass während 12 Jahren im Kirchenparlament.

Innovationen fördern

Neue Wege geht das Kirchenparlament in der Frage der Pfarrstellenzuteilung, auch wenn grundsätzlich an den örtlichen Kirchgemeinden und den damit verbundenen Pfarrstellen festgehalten wird. Kleine Gemeinden sollen allerdings ermuntert werden, mit anderen Gemeinden zu kooperieren, damit gemeinsam Pfarrstellen mit einem attraktiven Anstellungsgrad angeboten werden können. (bat)