Rettungsschiffe nehmen mehr als 500 Flüchtlinge auf

Erneut suchen zwei Rettungsschiffe mit mehreren hundert Flüchtlingen an Bord einen sicheren Hafen im Mittelmeer. Italien weigert sich, die Menschen an Land zu lassen.


Das Rettungsschiff «Ocean Viking» hat 105 weitere Flüchtlinge im Mittelmeer aufgegriffen. Es ist die vierte Rettungsaktion des Schiffs, das nun 356 Flüchtlinge an Bord hat und einen sicheren Hafen sucht.

Die Rettung 40 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt sei dadurch erschwert worden, dass das Boot der Flüchtlinge zu sinken begonnen habe, als das Hilfsschiff sich näherte, berichtete eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP. Bei den Geretteten habe es sich ausschliesslich um Männer gehandelt. Die meisten von ihnen stammten aus dem Sudan, 29 von ihnen waren minderjährig.

Mehr Menschen auf dem Weg

Die «Ocean Viking» wird gemeinsam von den Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betrieben. Den Organisationen zufolge könnten das schöne Wetter und das am 11. August begonnene muslimische Opferfest Eid al-Adha dazu beigetragen haben, dass sich mehr Menschen auf den Weg von Libyen nach Europa machen.

Die maltesischen Behörden, von der «Ocean Viking» vor der jüngsten Rettungsaktion kontaktiert, weigerten sich, Flüchtlinge von Bord des Schiffs an Land zu lassen. Malta hatte mitgeteilt, das Land wolle 39 Menschen vom Rettungsschiff «Open Arms» aufnehmen, das ebenfalls einen Hafen zum Anlegen sucht. An Bord der «Open Arms» befinden sich derzeit etwa 150 Gerettete, einige von ihnen bereits seit zehn Tagen.

Einfahrt verweigert

Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega-Partei wiederholte «das absolute Verbot für diese beiden ausländischen Schiffe, in italienische Hoheitsgewässer einzudringen». Für sie sollten Häfen in «Frankreich, Spanien oder Norwegen» geöffnet werden.

Unterdessen reichte der Kapitän Marc Reig der «Open Arms« die Asylanträge von 31 minderjährigen Flüchtlingen bei der spanischen Botschaft in Malta ein, wie die Nachrichtenagentur AFP einem offiziellen Schreiben entnehmen konnte. Er habe die Lage der Minderjährigen bereits vergebens beim Jugendgericht in Palermo vorgetragen, erklärte Reig und bestätigte, dass Italien und Malta dem Schiff die Einfahrt untersagt hätten. (sda/bat)