Pro-Palästina-Protest an Uni Lausanne geht weiter
Rund 50 Personen haben aus Protest gegen die militärische Offensive Israels im Gazastreifen das Géopolis-Gebäude der Universität Lausanne (Unil) besetzt. Die Lage sei ruhig, sagte Uni-Sprecherin Géraldine Falbriard der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage. Laut ihr werde sich die Universität «in den nächsten Tagen» zu den Forderungen der Studenten positionieren.
Die Demonstranten forderten insbesondere «einen akademischen Boykott der israelischen Institutionen sowie eine sofortige Waffenruhe in den Palästinensergebieten». Konkret soll die Unil die Zusammenarbeit mit israelischen Universitäten beenden.
Die Studierenden verpflichteten sich, ihre Aktion auf friedliche Weise durchzuführen, ohne die Vorlesungen und Forschungsaktivitäten zu stören. Die Unil sicherte ihrerseits zu, keine akademischen Sanktionen gegen die Protestierenden zu verhängen.
Am Donnerstagabend fand vor Ort ein Austausch mit Rektor Frédéric Herman statt. Herman bekräftigte am Tag darauf im Westschweizer Fernsehen RTS, dass er den Dialog aufrechterhalten wolle. Die Universitäten seien jedoch nicht dazu berufen, politisch Stellung zu beziehen. «Sie sind Bildungseinrichtungen», sagte der Rektor.
Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus schreibt in einer Medienmitteilung, dass es sich bei der Aktion um eine Nachahmung der Proteste an amerikanischen Universitäten handle, die von antisemitischen Positionen geprägt gewesen seien. «Die Universitätsleitung muss intervenieren, wenn die Kritik am Staat Israel zum Antisemitismus umschlägt», heisst es weiter.
Die Stiftung stört sich besonders am Boykott-Aufruf gegen israelische Universitäten und Wissenschaftlerinnen. Dieser erinnere an finstere Zeiten und diene einzig dazu, akademische Institutionen als angebliche Vertreter Israels zu dämonisieren. (sda/ pef)