Millionen Syrer von Hungerkrise gefährdet

In Syrien spitzt sich die Lage weiter zu. Fast 60 Prozent der Bevölkerung lebten in Ernährungsunsicherheit, heisst es in einem UN-Bericht.

In Syrien hat sich nach einem UN-Bericht die Zahl der Menschen, die Hunger leiden und in Armut geraten, weiter erhöht. 12,4 Millionen Menschen und damit fast 60 Prozent der Bevölkerung lebten in Ernährungsunsicherheit und litten unter Hunger, teilte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) am Donnerstag mit. Das seien doppelt so viele wie 2018.

«Die Menschen in Syrien sind mit den schlimmsten humanitären Umständen seit dem Beginn der Krise konfrontiert», hiess es. Der Konflikt in Syrien hatte im März 2011 mit Protesten gegen die Regierung von Baschar al-Assad begonnen.

Die Zahl der Menschen, die ohne Ernährungshilfe nicht überleben können, liegt demnach bei 1,3 Millionen und hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Grund für die prekäre Lage sind nach WFP-Angaben die in die Höhe geschossenen Lebensmittelpreise.

Millionen Syrer flüchteten in die Türkei, nach Jordanien oder Ägypten sowie in den Irak oder Libanon. Hunderttausende rutschten jedoch mit dem Hereinbrechen der Corona-Pandemie und dem folgenden wirtschaftlichen Abschwung in der Region in die Armut ab.

Fortschritte in der Ernährung sind bedroht

Wegen Finanzierungsengpässen im Zuge der Corona-Krise warnt das WFP davor, dass es Essensrationen in den Ländern bald kürzen müsse. Die Fortschritte der vergangenen Jahre in der Ernährungssicherheit seien bereits wieder verloren.

«Die Unterstützung des syrischen Volkes ist der Schlüssel zur regionalen und internationalen Stabilität», sagte die WFP-Regionaldirektorin für den Nahen Osten und Nordafrika, Corinne Fleischer. (sda/bat)