Konfirmation

Sie gehört für viele Junge noch dazu

Jugendliche lassen sich weiterhin konfirmieren. Die Zahlen bleiben stabiler als jene von Taufen oder Hochzeiten. Das hat mehrere Gründe.
Wo Religionsunterricht und Konfirmation für Jugendliche einfach noch dazugehören, ist auch die Konfirmationsrate höher. (Bild: Gaëtan Bally)

Religions- und Konfirmationsunterricht finden in den meisten Deutschschweizer Kantonen ausserhalb der Schulzeit statt. Sie stehen damit in Konkurrenz zu beispielsweise Musikstunden oder Trainings im Sportverein.

Nichtsdestotrotz zeigen Zahlen, die ref.ch zusammengetragen hat, dass die jährliche Anzahl an Konfirmandinnen und Konfirmanden im Vergleich zur Mitgliederzahl der jeweiligen Landeskirche stabil bleibt.

Am Beispiel der Evangelisch-Reformierten Kirche beider Appenzell wird dies deutlich: von 2021 bis 2024 liessen sich laut Jahresbericht je 201, 203, 164 und 204 Jugendliche konfirmieren.

Während es immer weniger Taufen und Hochzeiten zu feiern gibt (ref.ch berichtete), scheint die Konfirmation nach wie vor beliebt zu sein.

Woran könnte das liegen? Patrick von Siebenthal, Beauftragter religionspädagogische Bildung, Konfirmation und Konfirmationsarbeit bei den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (Refbejuso), nennt mehrere Gründe.

«Die Konfirmation ist ein Übergang», sagt er. Die Volksschule endet, mit dem Beginn der Berufslehre oder einer weiterführenden Schule macht man erste Schritte ins Erwachsenenleben. «In diese Zeit des Abschliessens fällt der Konfirmationstermin und für viele gehört es zum Prozess, sich konfirmieren zu lassen.»

Allerdings gibt es regionale Unterschiede: In ländlichen Kirchgemeinden mit Einzelpfarramt und gemischten Teams im Unterricht ist die Konfirmationsrate höher als in städtischen. In Kirchgemeinden, die in der Agglomeration liegen, ähneln die Zahlen jenen aus ländlichen Gemeinden.

Die Unterschiede zwischen Stadt und Land führt von Siebenthal darauf zurück, dass sich Jugendliche im urbanen Raum häufiger bewusst für die Konfirmation entscheiden würden, während es in ländlichen Kirchgemeinden eher dazugehöre, mit den Kolleginnen und Kollegen den Konfirmationsunterricht zu besuchen.

Im Rahmen eines Projekts wurde auch beobachtet, dass die Beziehung zwischen Pfarrperson und Jugendlichen ein nicht zu unterschätzender Faktor ist, wenn es darum geht, wie viele Konfirmationen es am Ende gibt.

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema