Kirchliches Flüchtlingsschiff heisst «Sea-Watch 4»

Das Rettungsschiff, an dessen Finanzierung sich auch die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz beteiligte, hat einen Namen bekommen. Es soll schon im April in See stechen.


«Sea-Watch 4» ist der Name des kirchlichen Rettungsschiffs, das künftig Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot retten soll. Das gaben die Initiatoren am 20. Februar in Kiel bekannt. Taufpatin war die Grünen-Politikerin Aminata Touré, Vizepräsidentin des schleswig-holsteinischen Landtags. Finanziert wurde das Schiff, das bislang «Poseidon» hiess, vom Bündnis «United4Rescue», das massgeblich von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) initiiert wurde. Auch die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz und das Präsidium der Schweizer Bischofskonferenz unterstützten das Bündnis finanziell («ref.ch» berichtete). Betrieben wird das Schiff von der Rettungsorganisation Sea-Watch.

Die «Poseidon» war zuletzt vom Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung genutzt worden. «United4Rescue» hatte seit Dezember Spenden für den Erwerb eines Schiffes gesammelt, das sich für Rettungseinsätze im Mittelmeer eignet. Ende Januar bekam das Bündnis für 1,5 Millionen Euro in einem Bieterverfahren den Zuschlag für die «Poseidon». Nach einigen Umbauten könnte voraussichtlich im April der Einsatz zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer beginnen.

Unter deutscher Flagge

Das Rettungsschiff soll unter deutscher Flagge Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken retten. Das Schiff sei zuverlässig und in einem «hervorragenden Zustand», hatte Michael Schwickart von der Hilfsorganisation Sea-Watch noch im Januar dem ehemaligen Forschungsschiff bescheinigt. Es habe zudem viel Platz und könne mehrere hundert Flüchtlinge aufnehmen.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hatte Anfang Dezember das Hilfsprojekt in Hamburg vorgestellt. Der EKD-Beschluss geht auf eine Initiative des evangelischen Kirchentages im Juni 2019 zurück. (epd/bat)