Ökumenischer Gottesdienst

Kirchen feiern bei Pride in Luzern mit

Weit über tausend Personen haben am Samstagabend an der Pride in Luzern für gleiche Rechte von queeren Menschen demonstriert. Auch die reformierte, die katholische und die christkatholische Kirche des Kantons Luzern haben das Anliegen unterstützt.

Die reformierte, die katholische und die christkatholische Kirche haben in der Luzerner Peterskapelle einen Pride-Gottesdienst abgehalten. (Bild: Marcel Bucher)

Am vergangenen Wochenende sind tausende Menschen auf die Strasse gegangen, um für die Rechte von queeren Menschen einzustehen. «Wir wollen nichts Exklusives, keine zusätzlichen Rechte und anderen nichts wegnehmen. Sondern es geht uns darum, die Rechte anzugleichen», erklärte Christian Spengler, Präsident von Pride Zentralschweiz, im Demonstrationsaufruf.

Ungleiche Behandlungen sehen die Organisatoren etwa für homosexuelle Männer beim Blutspenden, für Nicht-Binäre wegen des fehlenden und amtlichen dritten Geschlechts oder durch Diskriminierungen im Alltag. Die Zuger Kantonsrätin Jill Nussbaumer (FDP) sagte, es gebe weiterhin viele Gesetze, die nicht der Lebensrealität queerer Menschen entsprechen würden.

Respekt statt Toleranz

An der Kundgebung äusserte sich auch der Stadtpräsident von Luzern, Beat Züsli (SP). Er erklärte, Toleranz genüge nicht, denn diese bedeute nur eine Duldung. Was es brauche, sei Respekt. Differenzen sollten nicht ertragen werden, sondern man sollte sich ihrer erfreuen.

Nach 20 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Im vorderen Teil herrschte bei lauter Partymusik Feststimmung, am Schluss marschierten linke Gruppierungen mit, die auch antikapitalistische Parolen skandierten.

Vielfalt gewürdigt

Unterstützt wurden die Organisatorinnen auch von der reformierten, der katholischen und der christkatholischen Kirche des Kantons Luzern. Sie hatten zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Peterskapelle eingeladen.

Unter dem Motto «Nichts steht unserer Würde im Wege» wurde die Vielfalt gewürdigt und gefeiert, wie es in einer Meldung der Reformierten Kirche des Kantons Luzern heisst. «Wir erzählen die Geschichte eines besonderen queeren Menschen in der Bibel: eine der ersten Personen, die getauft wurde», sagte Meinrad Furrer, Mitorganisator der kirchlichen Pride-Events und Leiter der römisch-katholischen Peterskapelle, zu Beginn des Gottesdienstes.

Furrer las die Geschichte des äthiopischen Hofbeamten vor, der in seiner Identität eindeutig von der Heteronormativität abweiche und trotzdem getauft worden sei. Am Gottesdienst wirkten der christkatholische Pfarrer Adrian Suter, die reformierte Pfarrerin Vroni Stähli, Doris Gisler des Vereins Zwischenraum sowie Sebastian Rosenberg am Alphorn und Beat Heimgartner am Piano mit. (sda/bat)