Klimagipfel

Keine Zeit für weiteren Aufschub

In Dubai ringt die Weltgemeinschaft abermals um mehr Klimaschutz. Schwierige Verhandlungen zeichnen sich am Klimagipfel ab. Ein Seilziehen um Hilfsgelder für arme Länder wird auch erwartet.

Der Austragungsort der 28. Weltklimakonferenz (COP) ist symbolträchtig. Ausgerechnet in der Wüstenmetropole Dubai, in den durch den Öl-Export reich gewordenen Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), verhandelt die Staatengemeinschaft über den Kampf gegen die Klimakrise und einen möglichen Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas.

Geleitet wird der Gipfel vom Chef des staatlichen Öl-Konzerns und Industrieminister der VAE, Sultan Ahmed Al Jaber. Als COP-Präsident müsste er eigentlich gegen seine beruflichen Interessen handeln. Um das Pariser Klimaziel einzuhalten, müssen die Emissionen laut Weltklimarat noch in diesem Jahrzehnt drastisch sinken. Die Menge an Öl, Kohle und Gas, die noch verfeuert werden darf, ist begrenzt, wenn die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt werden soll.

In Dubai müsse beim Klimaschutz ein grosser Schritt nach vorn gemacht werden, verlangt die Entwicklungsorganisation Oxfam. Entscheidend dafür sei die Einigung auf einen Ausstieg aus fossilen Energieträgern sowie ein globales Ausbauziel für erneuerbare Energien. Schätzungen der UN gehen aktuell von einer Erwärmung von deutlich mehr als zwei Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts aus.

Ziel: Ausstieg aus fossilen Brennstoffen

An der Weltklimakonferenz in Glasgow 2021 hatte sich die Staatengemeinschaft auf einen Abbau der Kohleförderung geeinigt, nicht jedoch von Öl und Gas. Dies scheiterte auch am Widerstand aus China und den Öl-exportierenden Golfstaaten.

Auch vor Dubai zeichnen sich schwierige Verhandlungen ab. Die EU hat bereits angekündigt, sich für einen weltweiten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen «deutlich vor 2050» einzusetzen. Die G20-Staaten jedoch, denen unter anderem China und Indien angehören, konnten sich bis zuletzt nicht auf eine solche Position einigen.

Klimafonds für die Ärmsten

Gerungen wird in Dubai derweil auch um einen Fonds, aus dem arme Länder Gelder für klimabedingte Schäden, etwa nach Fluten oder Stürmen, erhalten können. Entwicklungsländer fordern dies schon lange.

Bis zuletzt gab es unter anderem Streit über die Frage, ob nur die westlichen Industriestaaten in den Fonds einzahlen oder auch China und die Golfstaaten. Der Vorschlag sieht nun einen Aufruf an alle Staaten vor – aber keine verbindlichen Verpflichtungen für Ländergruppen.

Das sei ein schlechter Kompromiss, urteilt das Deutsche Hilfswerk der evangelischen Landeskirchen «Brot für die Welt». Denn: Ohne klare Verpflichtungen würden dem Fonds die Gelder fehlen. Schätzungen zufolge werden bis 2030 jedes Jahr Hunderte Milliarden Franken gebraucht, um klimabedingte Schäden zu bewältigen. (epd/ dst)