Missbrauchsstudie Katholische Kirche

Feministische Theologinnen fordern Reform des Priesteramts

Die Interessengemeinschaft der feministischen Theologinnen zeigt sich bestürzt von den Ergebnissen der Missbrauchsstudie der katholischen Kirche. Sie drückt ihre Solidarität mit den Betroffenen aus und pocht auf Reformen.

Die Studie zum Umgang der katholischen Kirche mit sexuellen Missbrauchsfällen hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. In einer Stellungnahme geht nun die Interessengemeinschaft der feministischen Theologinnen hart ins Gericht mit den kirchlichen Strukturen. Eine Veränderung im Umgang, der Prävention und Sanktionierung sexueller Missbräuche sei zwar langsam feststellbar, aber erst im 21. Jahrhundert und auf Druck von aussen, schreibt der Vorstand in einer Mitteilung.

Er fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der katholischen Sexualmoral, dem Zölibat und den Geschlechterverhältnissen. Die Überhöhung des Priesteramts in der Vergangenheit habe spirituelle und sexuelle Missbräuche begünstigt. Eine grössere Diversität im kirchlichen Dienst sei notwendig für eine bessere Prävention.

Die Interessengemeinschaft feministischer Theologinnen der deutschen Schweiz und Liechtensteins existiert seit den 1990er Jahren und versteht sich als ökumenisches Forum für feministische Theologie. (pef)