EKS-Synode

Junger Betriebswirt übernimmt Finanzressort

Mit Sandro Bugmann wird ein 26-Jähriger das jüngste Mitglied im Rat der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz. Die Synode hat ihn beinahe einstimmig gewählt.
EKS-Präsidentin Rita Famos gratuliert Sandro Bugmann zu seiner Wahl in den EKS-Rat. (Bild: Christoph Knoch/ EKS)

Er ist jung und hat schon eine ansehnliche kirchenpolitische Karriere hingelegt: Mit Sandro Bugmann zieht ein 26-Jähriger in den Rat der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) ein. Bugmann ist an der Sommersynode in St. Gallen gewählt worden. Er erhielt 62 von 64 Stimmen, zwei Wahlzettel blieben leer. Zuvor war Bugmann Synodaler im Schwyzer Kirchenparlament sowie seit Sommer 2022 Kirchenrat in Schwyz. Bugmann war der einzige Kandidat.

Finanzen seien für viele Kantonalkirchen ein «brennendes Thema», sagte Judith Pörksen Roder im Namen der Nominationskommission. Mit Sandro Bugmann stelle sich ein ausgewiesener Finanzfachmann zur Verfügung, der laut seinen Referenzpersonen auch in hektischen Situationen einen kühlen Kopf bewahre. Er sei gut organisiert, arbeite effizient und wolle etwas bewegen, sagte Pörksen Roder.

Bereit, Verantwortung zu übernehmen

Vor 17 Jahren sei er reformiert getauft worden, vor zwölf Jahren konfirmiert, und er hätte nie gedacht, einst hier zu stehen, sagte Bugmann. Er bedankte sich bei den Delegierten für die Wahl und das Vertrauen sowie die Chance, sich zu beweisen.

Zur Person

Der 26-jährige Sandro Bugmann hat die Handelsmittelschule absolviert und Betriebswirtschaft studiert. Von 2019 bis 2021 war Bugmann im Schwyzer Kirchenparlament engagiert, seit 2022 bis voraussichtlich im Sommer ist er als Kirchenrat für das Ressort Finanzen zuständig.

2024 wurde der Ausserschwyzer zudem Vorstandsmitglied bei «Mission 21», weiter ist er Redaktionskommissionsmitglied beim «Kirchenbote». Darüber hinaus betreibt Bugmann mit zwei weiteren Finanzexperten einen Podcast, in welchem Finanztrends eingeordnet werden. Bugmann wohnt in Wollerau (SZ) und spielt in seiner Freizeit leidenschaftlich Schach. (jow)

«Ich freue mich sehr über die Wahl und vor allem darüber, dass die reformierte Kirche jungen Erwachsenen nicht nur zuhört, sondern uns auch Verantwortung überträgt», sagte Bugmann auf Anfrage von ref.ch.

Bugmann ist im Religionsunterricht in der Schule kirchlich sozialisiert worden. Er war Jugendgruppenleiter und engagierte sich schliesslich im Kirchenparlament. Bugmann wohnt in Wollerau am Zürichsee und arbeitet bei einer Kantonalbank als Anlageberater in Teilzeit. Daneben wird er sich nun um die EKS-Finanzen kümmern. «Ich werde mich in die Dossiers einlesen, mich auf die erste Sitzung vorbereiten und versuche, bereits möglichst viele Kontakte zu knüpfen.»

Notwendig geworden waren die Wahlen, weil Ruth Pfister Ende Januar 2025 zurückgetreten war. Pfister war sieben Jahre lang EKS-Ratsmitglied. Sie betreute unter anderem das Dossier «Schutz der persönlichen Integrität» und leitete den strategischen Ausschuss «Bildung und Berufe». Der Rücktritt aus dem EKS-Rat erfolgte aus gesundheitlichen Gründen. Pfister ist weiterhin Kirchenrätin der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau.

Missbrauchsdebatte fortführen

Die Synode wird zu Wochenbeginn fortgeführt. Auf der Traktandenliste stehen mehrere Vorstösse zu Finanzierungsfragen. Eine Motion der Zürcher Kirchenratspräsidentin Esther Straub verlangt, dass die EKS ab 2028 die Mitgliederbeiträge um zehn Prozentpunkte reduziert.

Weiter werden die Delegierten über Grundlagen und Standards zum Schutz der persönlichen Integrität debattieren. Die Synode soll dem Rat unter anderem den Auftrag erteilen, jährlich die Anzahl Meldungen zu mutmasslichen Verletzungen von sexueller, spiritueller oder körperlicher Integrität in den Mitgliedskirchen zu erfassen und dazu einen Bericht zu erstellen. 

Bereits an der Sommersynode im vergangenen Jahr war das Thema Missbrauch gesetzt. Die Delegierten entschieden sich damals knapp mit 32 zu 24 Stimmen (bei fünf Enthaltungen) gegen die Durchführung einer nationalen Dunkelfeldstudie. Dafür sollte sich die EKS beim Bund für eine nationale gesamtgesellschaftliche Missbrauchsstudie einsetzen.

Zudem wurde eine Arbeitsgruppe gründet. Dieses Gremium aus internen und externen Expertinnen sollte prüfen, ob es eine interne Erhebung oder eine Studie zu sexuellem Missbrauch in der reformierten Kirchenlandschaft braucht und falls ja, wie diese aussehen könnte.

Auch weitere Massnahmenpakete sollen diskutiert werden, die den Schutz der persönlichen Integrität stärken. Weiter sollte eine externe Meldestelle geschaffen und die Präventionsarbeit in den Landeskirchen gestärkt werden.

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