Haus der Religionen

Ein Diplomat wird Präsident

Johannes Matyassy ist der neue Präsident des Vereins «Haus der Religionen» in Bern. Die Institution hatte zuletzt für Negativschlagzeilen gesorgt.

Nach sechs Jahren als Präsidentin des Vereins «Haus der Religionen» hatte Regula Mader Anfang dieses Jahres ihren Rücktritt bekannt gegeben. Nun steht ihre Nachfolge fest. Neuer Präsident ist Johannes Matyassy, wie das «Haus der Religionen» in einer Medienmitteilung schreibt. Matyassi habe einen katholischen Hintergrund.

Er war lange Diplomat und leitete bis zu seiner Pensionierung vor einigen Monaten die Konsularische Direktion des Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Zudem ist er Präsident der FDP Muri bei Bern. Matyassy war zuvor nicht Vorstandsmitglied des Vereins «Haus der Religionen».

Zudem kommt es zu weiteren Wechseln. Einerseits wurde der Vorstand um drei Personen erweitert. Die Mitgliederversammlung hat Nicola von Greyerz, Laavanja Sinnadurai und Ghada Alrayan gewählt.

Andererseits mussten zwei Vorstandsmitglieder aufgrund der Amtszeitbeschränkung von acht Jahren aus dem Vorstand zurücktreten. Neuer Vertreter des Muslimischen Vereins wurde Muveid Memeti. Für die hinduistische Gemeinschaft ist Tharnan Selliah nachgerückt.

In den vergangenen Monaten geriet das «Haus der Religionen» mehrfach in die Schlagzeilen (ref.ch berichtete). Das «Schweizer Radio und Fernsehen» (SRF) konnte nachweisen, dass es in der Moschee zu Zwangsverheiratungen gekommen ist. Ermittlungen der Berner Staatsanwaltschaft führten jedoch zu nichts, weil die Betroffenen keine Strafanzeige eingereicht hatten und das SRF seine Quellen schützte. Das Haus der Religionen hat nach eigenen Angaben Massnahmen ergriffen, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern. (pef)