Bern

Zwangsheirat im «Haus der Religionen»

Im «Haus der Religionen» in Bern soll es zu illegalen muslimischen Trauungen gekommen sein. Der Verein zeigt sich entsetzt. Und prüft nun eine Strafanzeige.

Wer in der Schweiz religiös heiraten will, muss dies zuerst zivil tun. So will es das Gesetz. Ansonsten ist die Ehe illegal. Doch genau zu solchen verbotenen Eheschliessungen soll es im Haus der Religionen gekommen sein. Wie das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) berichtet, haben muslimische Gemeinschaften religiöse Vermählungen durchgeführt, ohne dass die Paare zivil verheiratet sind. Dabei sollen auch Zwangsehen geschlossen worden sein, wie SRF recherchiert hat.

Regula Mader, die Präsidentin des Vereins Haus der Religionen, zeigt sich im Beitrag von SRF erschrocken, «dass das in unserem Haus passiert sein soll». Sie sei sehr empört darüber, sagt Mader. Der Verein prüfe eine Strafanzeige.

Die Trauungen in der Moschee nahm ein Imam vor, den der Leiter und Imam des muslimischen Vereins laut eigenen Angaben nicht kennt. Die Moschee sei missbraucht worden: «Wir sind fassungslos», sagt er im SRF-Beitrag.

Das Haus der Religionen erhält von der Stadt Bern jährlich 300'000 Franken. Das Geld komme nicht den religiösen Gemeinschaften zugute, sondern werde für das Kulturprogramm gesprochen, betont die Stadt. Dennoch hält die Leiterin der Kulturabteilung laut SRF fest, die Geldgeberin verurteile die Vorkommnisse. (bat)