Berner Imam tritt nach TV-Bericht zurück
Das «Haus der Religionen» in Bern muss sich einen neuen Imam suchen. Der Imam der Trägerschaft der Moschee hat seinen Rücktritt eingereicht, er tritt auch zurück aus dem Muslimischen Verein Bern. Die Moschee im «Haus der Religionen» sei wohl für Zwangsehen missbraucht worden. «Diese sind ein abscheuliches und grosses Verbrechen und machen mich fassungslos», lässt sich der Imam in einer Mitteilung des Vereins zitieren. Für den Organisationsmangel übernehme er die Verantwortung und trete zurück.
Gesetz verletzt
Mitte November 2022 machte das Schweizer Radio und Fernsehen SRF in einem Beitrag publik, dass im «Haus der Religionen» in Bern Frauen gegen ihren Willen verheiratet worden waren. Bei den Trauungen habe der Imam nicht in allen Fällen geprüft, ob die Grundlagen für eine religiöse Eheschliessung erfüllt seien. Das Primat der Zivilehe, also einer vorausgehenden Zivilehe vor einer religiösen Trauung, wurde verletzt.
Wer diese Trauungen durchgeführt hatte, ist nicht bekannt. Deshalb hat das «Haus der Religionen» juristische Schritte eingeleitet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
Keine «Parallelwelten» entstehen lassen
Die Moschee im «Haus der Religionen» sei keine «Hinterhofmoschee». Sie sei eine wichtige Institution und solle ein Ort sein, an welchem die Öffentlichkeit hinschauen könne und müsse, heisst es in der Mitteilung des muslimischen Vereins weiter. Diese öffentliche Verantwortung sei nötig, damit sich der schweizerische Islam etabliere und sich nicht in «Parallelwelten» zurückziehe.
Zum Rücktritt bewogen hätten den Imam zudem sein Alter (kurz vor der Pensionierung) und die grosse Arbeitslast innerhalb des muslimischen Vereins und im «Haus der Religionen», sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-sda. (sda/pef)