Nach Zwangsheiraten

Berner Gemeinderat will «Haus der Religionen» nicht sanktionieren

Nach Bekanntwerden von Zwangsheiraten lässt der Berner Gemeinderat den Leistungsvertrag mit dem «Haus der Religionen» unangetastet. Die Vorfälle beträfen einen im Haus eingemieteten muslimischen Verein.

Mitte November wurde publik, dass im Berner «Haus der Religionen» Zwangsheiraten durchgeführt wurden. Nach Auffassung des Gemeinderats liegt aber kein Grund für die Sistierung oder Auflösung des Leistungsvertrags mit der Institution vor.

Der Leistungsvertrag mit dem «Haus der Religionen» umfasst laut Gemeinderat Leistungen, die im öffentlich zugänglichen Bereich der Institution erbracht werden. Die Vorkommnisse hätten aber nicht in diesem Bereich stattgefunden. Zudem würden die im Haus beheimateten Religionsgemeinschaften vom Leistungsvertrag nicht umfasst, wie der Gemeinderat in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage schreibt.

Die Trägerschaft des «Hauses der Religionen» habe sich der Angelegenheit rasch angenommen und notwendige Massnahmen eingeleitet, heisst es in der Antwort weiter. Der Gemeinderat will deren Umsetzung verfolgen.

Der Imam des Muslimischen Vereins Bern und der Trägerschaft der Moschee im «Haus der Religionen», Mustafa Memeti, hat jüngst die Konsequenzen aus den Vorfällen gezogen und auf Ende April seinen Rücktritt erklärt. (sda/no)