Essay

Die unsichtbaren Kirchenfrauen

Wer etwas über das Thema «Kirche und Politik» erfahren will, sollte sich anschauen, wer in der Kirche überhaupt Politik macht. Bei den Reformierten sind das auch 100 Jahre nach Einführung der Frauenordination noch mehrheitlich Männer. Das ist ein Problem.

In der reformierten Kirche gelten Frauen gemeinhin als gleichberechtigt. In der Kirchenpolitik jedoch scheinen sie seltsam abwesend. (Bild: Adobe Stock)

Kochen kann tödlich sein – zumindest für diejenigen, die ihre Mahlzeiten über dem offenen Feuer zubereiten. Laut der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich rund vier Millionen Menschen an den Folgen von sogenannter Household Air Pollution, also der Luftverschmutzung, die in Innenräumen durch das Verbrennen untauglicher Materialien verursacht wird. Seit 2010 gibt es deshalb Bemühungen, Haushalte im globalen Süden mit sauberen Herden auszustatten. Doch wie sich herausstellt, werden die neuen Geräte nicht überall akzeptiert.

Die Anekdote stammt aus dem Buch «Unsichtbare Frauen», in dem die britische Autorin Caroline Criado-Perez den «Gender Data Gap» beschreibt. Damit ist eine geschlechterbezogene Datenlücke gemeint, die dadurch entsteht, dass man Daten nicht nach Geschlecht aufschlüsselt oder aber Frauen gar nicht erst in Projekte, Studien und Versuche einbezieht. Dies gilt selbst dann, wenn sie diejenigen sind, die durch die Thematik am meisten betroffen sind. Durch das Aufdecken dieser Lücken macht die Autorin deutlich, wie sehr unsere Welt von Männern geprägt ist: Von der Technikindustrie über die Landwirtschaft, von der Städteplanung bis hin zur Medizin.

Die sauberen Herde sind ein wunderbares Beispiel für diesen «Gap» – und dafür, was geschieht, wenn die Lebensrealität von Frauen schlicht ignoriert wird. Denn die Entwicklungshelfer hatten übersehen, dass einige der neuen Herde die Kochzeit erhöhten und von denjenigen, die kochten – also namentlich den Frauen –, mehr Aufmerksamkeit erforderten. Zu deren ohnehin schon hohen Arbeitslast kam dadurch nochmals eine Schippe obendrauf, so Criado-Perez. In anderen Fällen stellte sich heraus, dass die neuen Herde mehr Instandhaltungsmassnahmen benötigten. Über das Geld dafür verfügten aber nicht die Frauen, sondern die Männer. Und für die hatten die sauberen Kochstellen – oder die Gesundheit ihrer Partnerinnen – schlicht keine Priorität.

Die Mär von der «feminisierten» Kirche

Die Kirche wurde von Criado-Perez nicht untersucht. Dabei ist sie geradezu die Institutionalisierung des «Gender Data Gap», und zwar nicht nur die Katholische. Als Gottfried Locher als damaliger Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes 2014 von einer «Feminisierung» der Kirche sprach, generierte er damit Empörung – und lag schlicht und ergreifend daneben. Denn seit jeher wird Kirche von Männern gemacht, weil die kirchenpolitischen Entscheidungsträger in der grossen Mehrheit Männer sind.

Wie eine tatsächlich «feminisierte» Kirche aussehen würde, wissen wir nicht. Eine auf allen Ebenen von Frauen geprägte Kirche – wäre sie anders, sozialer vielleicht? Hätte sie schon vor Jahren eine Elternzeit für ihre Angestellten eingeführt oder zumindest den Vaterschaftsurlaub ähnlich vehement unterstützt wie zuletzt die Konzernverantwortungsinitiative? Gäbe es verlässliche Zahlen zu sexuellen Grenzverletzungen im kirchlichen Umfeld und in jeder Kantonalkirche Reglemente und Ansprechpersonen? Wir wissen es nicht.

Tatsächlich haben wir sogar vom Ist-Zustand recht wenig Ahnung, wenn es um die Frage der Frauen in der reformierten Kirchenpolitik geht. Wir wissen nicht, nach welchen Regeln sie in ihre Ämter gewählt werden – oder eben nicht – und wie sie sich auf den Meinungsbildungsprozess in den Gremien auswirken. Sogar simpel zu erhebendes Zahlenmaterial, etwa über das Geschlechterverhältnis in den Synoden oder Kirchenexekutiven, muss oft erst mühsam zusammengetragen werden. Frauen und reformierte Kirchenpolitik, das ist über weite Strecken eine Blackbox.

Männerdominierte Debatten in der EKS

Wer die Box bergen will, muss ganz von vorne beginnen. Zum Beispiel bei der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS), der Nachfolgeorganisation des Kirchenbundes. Die Vereinigung der reformierten Kantonalkirchen auf nationaler Ebene wird seit diesem Jahr zum ersten Mal von einer Frau präsidiert. Die Wahl von Rita Famos löste denn auch grosses Echo aus – zurecht. Doch das täuscht darüber hinweg, dass das Geschlechterverhältnis in der EKS insgesamt alles andere als ausgewogen ist.

«Selbst bei einem Thema, das Frauen so zentral betrifft wie Grenzverletzungen, wurde die Debatte von Männern dominiert. Die Frauen dagegen blieben mehrheitlich unsichtbar.»

In der Synode, dem obersten Organ der Institution, beträgt der Frauenanteil nur rund 36 Prozent. Analysiert man stichprobenartig die Protokolle einiger vergangener Sitzungen, fallen die männlichen Synodalen (ohne die Vertreterinnen und Vertreter des Büros) durch deutlich mehr Wortmeldungen auf. Teilweise sind es mehr als doppelt so viele, wobei damit noch nichts über die Länge der Voten, den Inhalt oder die Form gesagt ist. Ein konkreter Antrag wirkt sich beispielsweise anders auf die Debatte aus als eine Verständnisfrage.

Wenig überraschend bei einer solch ungleichen Verteilung, fällt auch die Anzahl der verschiedenen Sprecherinnen kleiner aus als bei den Männern. Während der Synode vom Juni 2020, als es schwerpunktmässig um den Rücktritt von Gottfried Locher und die damit verbundenen Vorwürfe wegen Grenzverletzungen ging, sprachen zu diesem Themenbereich nur gerade sechs Frauen – gegenüber 16 Männern. Zudem beschränkten sich drei dieser sechs Sprecherinnen in ihren Voten auf lediglich zwei, drei Sätze. Nur drei von ihnen nahmen mehr Redezeit in Anspruch, formulierten eigenständige Positionen oder legten stellvertretend die Haltung ihrer Delegation dar. Selbst bei einem Thema, das Frauen so zentral betrifft wie Grenzverletzungen, wurde die Debatte also von Männern dominiert. Die Frauen dagegen blieben mehrheitlich unsichtbar.

Kaum Frauen in den Präsidien

Die Verantwortung für diese ungleiche Verteilung liegt indes nicht bei der EKS, sondern bei den einzelnen Kantonalkirchen. Sie bestimmen, wen sie in die Synode schicken. Schaut man sich die einzelnen Delegationen an, scheinen sich die grösseren von ihnen um eine ausgeglichene Vertretung der Geschlechter zu bemühen. Kann eine Kirche aber nur eine, zwei oder drei Personen in die EKS entsenden, entscheidet sie sich in der Mehrheit für Männer. Die wohltuende Ausnahme ist die Bündner Kirche, die ihre dreiköpfige Abordnung ausschliesslich mit Frauen bestückt hat.

Es gibt mehrere Gründe für diese Tatsache. Einer davon ist, dass traditionell der- oder diejenige in der Delegation Einsitz nimmt, der oder die den Kirchenrat respektive Synodalrat präsidiert. In den meisten Fällen ist das ein Mann. Lediglich fünf von 25 Mitgliedkirchen der EKS werden aktuell von einer Frau geleitet: Waadt, Luzern, Solothurn, Graubünden und der Synodalverband Bern-Jura-Solothurn; wobei die beiden letzteren erst seit wenigen Monaten weiblich geführt sind. Schon allein damit sind die Männer zahlenmässig im Vorteil.

«Das Wort ‹Macht› löst unter Reformierten stets einen gewissen Abwehrreflex aus. Fakt ist aber, dass gerade Frauen diese Macht mehr oder weniger subtil zu spüren bekommen.»

Und genau hier liegt der Kern des Problems. Denn nicht nur die Präsidien sind meist von Männern besetzt, auch in den Exekutiven insgesamt sind die Frauen klar in der Unterzahl. Das bedeutet, dass dort, wo über Kirchenpolitik oder das Zusammenspiel von Religion und Staat bestimmt wird, Männer am Drücker sind. Es bedeutet, dass die Zentren der reformierten Macht männlich dominiert sind.

Nun löst das Wort «Macht» unter Reformierten stets einen gewissen Abwehrreflex aus – was, wir und Macht, mit unserer demokratischen Tradition und unserer Orientierung an der Basis? Fakt ist aber, dass gerade Frauen diese Macht mehr oder weniger subtil zu spüren bekommen. Etwa dann, wenn sie in Kommissions- oder Kirchenratssitzungen einen Vorschlag machen, der von einem Kollegen aufgenommen und unwidersprochen als seine Idee verkauft wird. Oder dann, wenn sie trotz leitender Position gebeten werden, das Kaffeemachen oder Kopieren wichtiger Unterlagen zu übernehmen. Esther Straub, reformierte Kirchenrätin im Kanton Zürich, schilderte einmal in einem Artikel des «bref Magazins», wie sie regelmässig auf Podien als einzige Frau in der Runde ohne ihren akademischen Titel angekündigt wird – im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen. Fast jede Frau, die in der Kirche ein öffentliches Amt innehat, kann von solchen Erfahrungen berichten. Sprechen sie das jedoch an, gelten sie schnell als schwierig, kompliziert oder gar zickig.

Straub machte ausserdem auf einen weiteren Punkt aufmerksam: Wenn Frauen reformierte Kirchenleitungen übernehmen, sind es oft keine Theologinnen. So ist etwa Lilian Bachmann (Luzern) Juristin, Erika Cahenzli (Graubünden) ist gelernte Primarlehrerin und langjährige Gross- sowie Gemeinderätin und Evelyne Borer (Solothurn) ist ebenfalls Vollblutpolitikerin mit Tätigkeit in einer Sozialbehörde. «Man lässt die Frauen in der Kirche mittlerweile teilweise mitarbeiten. Das Herzstück, die theologische Deutungshoheit, nehmen jedoch die Männer für sich in Anspruch», sagte Straub dazu.

Die drei K

Dass dem auch im 21. Jahrhundert und damit 100 Jahre nach Einführung der Frauenordination noch immer so ist, hat historische Gründe. So galten die drei K – Küche, Kinder, Kirche – lange Zeit als Domäne der Frau. Den Haushalt erledigen, die Kinder erziehen und den Gottesdienst besuchen, respektive religiöse Werte und kirchliche Moralvorstellungen vermitteln, während der Mann für das Einkommen sorgte und seine Pflichten als politischer Bürger wahrnahm. Im Kampf um die Einführung des Frauenstimmrechts rieten Juristen denn auch dazu, «Rechte zunächst nur im Kirchen-, Schul- und Armenwesen anzustreben», wie es im Historischen Lexikon heisst. Später würde dann das Frauenstimmrecht auf kommunaler, kantonaler und zuletzt auf eidgenössischer Ebene folgen, so die Idee. «Dieser taktische Rat, zum demokratietheoretischen Dogma erhärtet, bestimmte fortan das Vorgehen der Frauenverbände und das Denken von Politikern aller Parteien.»

Das mag heute überholt erscheinen. Tatsächlich ist es aber gerade mal 50 Jahre her, dass der Kampf der Frauen um ihre politischen Rechte von Erfolg gekrönt wurde. Für Frauen älterer Generationen war es normal, wenig oder gar nicht bezahlt zu arbeiten und sich stattdessen um das Zuhause und allenfalls ein Ehrenamt – eben zum Beispiel in der Kirche – zu kümmern. Und selbst heute ist es noch so, dass Frauen deutlich öfter Teilzeit arbeiten als Männer und dafür mehr sogenannte Care-Arbeit erledigen: Laut einem Bericht des Bundes aus dem Jahr 2010 investieren Frauen rund 31 Stunden pro Woche in die Betreuung von Kindern und Erwachsenen. Bei Männern sind es knapp 21 Stunden. Hinzu kommt gerade in Familien mit Kindern ein Mehraufwand für den Haushalt. Er beläuft sich laut dem Bericht auf durchschnittlich 12,6 Stunden und «wird praktisch ausschliesslich von den Frauen geleistet, Väter beteiligen sich wenig».

«Geht es darum, ein Neben- oder Vollamt zu übernehmen, das womöglich noch mit Abend- und Wochenendterminen verbunden ist, wird es für ohnehin mehrfachbelastete Frauen schwierig.»

Die Schaffhauser Kirchenrätin Sabine Dubach erklärt mit den drei K, warum die Schaffhauser Reformierten nie Probleme hatten, Frauen für die Synode zu finden. Aktuell liegt der Frauenanteil dort bei knapp 54 Prozent. In anderen Kantonalkirchen liegt er zwar etwas tiefer, aber meist nicht unter 40 Prozent. Das passt zum traditionellen Rollenbild: Kantonale Kirchenparlamente tagen nur zweimal jährlich, in grösseren Kirchen etwas mehr. Der Aufwand, der dadurch für die durchschnittliche Synodale entsteht, ist relativ gut mit der Familienarbeit und allenfalls einem beruflichen Teilzeitpensum zu vereinbaren. Geht es jedoch darum, mehr Zeit zu investieren oder gar ein Neben- oder Vollamt zu übernehmen, das womöglich noch mit Abend- und Wochenendterminen verbunden ist, wird es für ohnehin mehrfachbelastete Frauen schwierig.

Männer rekrutieren Männer

Dass es für viele kirchenpolitischen Ämter keine geschlechtersensible Auswahlverfahren gibt, verstärkt das Phänomen. So zeigt etwa eine stichprobenartige Umfrage bei einigen Kantonalkirchen, wie unterschiedlich die Delegationen für die EKS-Synode zusammengestellt werden. Bei der Baselbieter Kirche ist dafür der Kirchenrat zuständig, im Thurgau ist es das Synodebüro und bei den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (RefBeJuSo) teilen sich der Synodalrat und die Fraktionen das Vorschlagsrecht für Kandidaten. Dabei sind die Fraktionen von RefBeJuSo verpflichtet, die ausgewogene Vertretung der Geschlechter sicherzustellen. Viele andere Kantonalkirchen kennen dagegen keine solche Regelung. Das bedeutet: Ob Frauen berücksichtigt werden oder nicht, hängt einzig vom Bewusstsein und Gutdünken einzelner Personen ab.

Damit drohen Frauen diskriminiert zu werden. Aus dem beruflichen Kontext ist bekannt, dass sich männliche Chefs bei der Vergabe von Jobs eher für männliche Bewerber entscheiden. Man weiss auch, dass ehrgeizige Frauen auf dem Arbeitsmarkt eher abgestraft als belohnt werden, wie die deutsche Soziologin Jutta Allmendinger in einem Interview mit dem «Zeit Magazin» darlegte. Auch dafür, dass sich Frauen eher auf Stellen bewerben, für die sie eigentlich überqualifiziert sind, gibt es Belege, während Männer sich tendenziell mehr zutrauen – auch Jobs, für die sie nicht zwingend geeignet sind. Demgegenüber erklären auf Diversität spezialisierte Headhunter schon seit Langem, dass Frauen durchaus für Kaderpositionen rekrutiert werden können; etwa dann, wenn sie intern von Beginn weg gefördert werden und wenn es Strukturen gibt, welche die Vereinbarkeit von Familie und Karriere erlauben.

Es scheint mehr als vorstellbar, dass bei der Vergabe von kirchenpolitischen Aufgaben und Ämtern ähnliche Mechanismen greifen. Vielleicht tun sie es sogar noch verstärkt. In einer Institution, in der den Frauen traditionell die Rolle der Dienenden und Sorgenden zukommt – und damit Tätigkeiten, die in unserer Gesellschaft grundsätzlich unsichtbar gemacht werden.

Do it like Ruth Bader Ginsburg

Frauen zu übersehen, kann für diese tödlich enden, wie das Beispiel zu Beginn des Textes zeigt. In der Kirchenpolitik dürften die Konsequenzen zwar weniger drastisch sein. Dadurch, dass Frauen beispielsweise deutlich mehr Sorgearbeit erledigen, öfter von sexueller Gewalt betroffen sind und weniger verdienen als Männer, haben sie jedoch andere Sorgen und Bedürfnisse. Caroline Criado-Perez, die Autorin von «Unsichtbare Frauen», zitiert in ihrem Buch eine OECD-Studie, wonach Politikerinnen sich mit höherer Wahrscheinlichkeit mit Themen beschäftigen, die Frauen betreffen: «Parallel zum Anstieg der Zahl der Volksvertreterinnen in Griechenland, Portugal und der Schweiz stiegen in diesen Ländern auch die Investitionen in die Bildung. Entsprechend ‹sank der Anteil der Bildungsausgaben am BIP› in den späten 1990er-Jahren parallel zum geringeren Anteil von Parlamentarierinnen in Irland, Italien und Norwegen.»

«Ruth Bader Ginsburg soll einmal auf die Frage, wie viele weibliche Bundesrichterinnen sie für angemessen halte, mit ‹neun› geantwortet haben – was der totalen Anzahl Sitze am ‹supreme court› entspricht.»

Auch bei Volksabstimmungen in der Schweiz zeigen sich die unterschiedlichen Präferenzen von Frauen: Hätten nur Wählerinnen abgestimmt, wäre die Konzernverantwortungsinitiative im Herbst 2020 vermutlich angenommen worden. Gut denkbar also, dass auch Kirchenpolitikerinnen andere Prioritäten setzen und andere Allianzen schmieden würden als ihre männlichen Kollegen dies tun. Gibt es zu wenige von ihnen, drohen gewisse Themen unter den Tisch zu fallen.

Ruth Bader Ginsburg, die kürzlich verstorbene amerikanische Bundesrichterin und Feminismusikone, soll einmal auf die Frage, wie viele weibliche Bundesrichterinnen sie für angemessen halte, mit «neun» geantwortet haben – was der totalen Anzahl Sitze am «Supreme Court» entspricht. RBGs Argumentation: Jahrhundertelang war die Institution allein in Männerhand und niemand stellte das infrage. Nun sollten die Frauen ebenfalls die Chance haben, unbeleckt von männlichem Einfluss Entscheide zu treffen.

Für die reformierte Kirchenpolitik liesse sich etwas ähnliches formulieren. Denn erst, wenn wir eine Verteilung von zwei Kirchenrätinnen gegenüber drei Kirchenräten nicht mehr als ausreichend betrachten; erst, wenn wir über rein weibliche Kirchenexekutiven nicht mehr stolpern würden; und erst, wenn Frauen auch Schlüsselressorts wie Finanzen und Präsidium übernehmen statt immer nur Diakonie oder Jugend und Alter – erst dann werden wir in der Kirchenleitung wahre Gleichstellung erreicht haben. Und erst dann werden wir wissen, wie eine von Frauen geprägte Kirchenpolitik aussieht.

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