Klimapolitik

Brot für alle kritisiert Mercosur-Abkommen

Das Hilfswerk Brot für alle bekräftigt seine Kritik am geplanten Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten. Das Abkommen würde zu mehr Treibhausgasen führen.

Das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten (Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen) und den südamerikanischen Mercosur-Ländern (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) würde zu einem 15 Prozent höheren Ausstoss von Treibhausgasen führen. Dies zeige eine neue Studie der NGO «GRAIN», schreibt Brot für alle (Bfa) in einer Medienmitteilung vom 5. Mai.

Durch das Abkommen würde der Handel von Agrarprodukten zwischen den beteiligten Staaten erleichtert. So könnten etwa mehr Rindfleisch oder Futtermittel zollbefreit in die Schweiz importiert werden. Für alle Produkte gäbe es bestimmte Kontingente. Beruhend auf diesen Kontingenten hat die NGO berechnet, wie viel mehr CO2 ausgestossen würde, wenn die Kontingente ausgeschöpft würden. Miteinbezogen wurden dabei nur die zehn klimawirksamsten Produkte wie Rind-, Lamm- und Geflügelfleisch, Mais, Soja oder Käse.

«Das Abkommen geht in eine falsche Richtung»

Die Schweizer Mercosur-Koalition, zu der auch Heks gehört, hat das Abkommen schon zuvor kritisiert: Es könnte negative Auswirkungen auf die Umwelt- und Menschenrechtssituation haben. So befürchten die Gegner, dass vermehrt tropische Wälder vernichtet und gefährliche Pestizide eingesetzt würden. Zudem würde die Fleischproduktion in den südamerikanischen Ländern nicht den Schweizer Tierschutzstandards entsprechen.

Die neue Studie zeige nun, dass das Abkommen eben auch Folgen für das Klima habe, sagte Tina Goethe von Bfa auf Nachfrage von ref.ch. Es gehe zwar nicht um riesige Mengen Treibhausgase. Aber: «Überall versuchen wir, den Ausstoss von Treibhausgasen möglichst schnell zu senken. Da geht ein solches Abkommen in eine falsche Richtung.»

Details noch nicht bekannt

Die Details des Abkommens sind allerdings noch nicht bekannt. Zwar ist der Text fertig verhandelt, doch er wurde noch nicht veröffentlicht. Erst wenn dies so weit sei und die Forderungen der Koalition nicht berücksichtigt worden seien, könne man das Abkommen aktiv bekämpfen, so Tina Goethe. Dabei rechnet sie sich bei einer Abstimmung durchaus Chancen aus: «Nachhaltigkeit ist in der Schweiz ein wichtiges Thema». So sei das Abkommen mit Indonesien auch nur knapp durchgekommen. (mos)