Klimapolitik

Nationalbank soll nicht mehr in fossile Energien investieren

Brot für alle und Fastenopfer haben der Nationalbank eine Petition übergeben. Darin fordern sie, dass die Nationalbank aus dem Geschäft mit fossilen Energien aussteigt. Das soll dem Klima zugutekommen.

Knapp 14'000 Personen haben die Petition der Entwicklungsorganisationen Brot für alle (Bfa) und Fastenopfer unterzeichnet, wie es in einer Medienmitteilung vom 30. April heisst. Darin fordern sie die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf, nicht mehr in fossile Energien zu investieren. Die Petition wurde der SNB auf dem Berner Bundesplatz übergeben.

Laut den Initianten ist die Nationalbank «ein wichtiger Treiber der Klimakrise». Ende 2019 habe sie Aktien von Firmen, die fossile Energien fördern, im Wert von fast sechs Milliarden US-Dollar gehalten. Damit finanziere sie Emissionen von 43 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr.

Somit stehe die SNB im Widerspruch zu ihren eigenen Anlagerichtlinien. Denn diese schreiben vor, dass die Bank auf Investitionen verzichten muss, die «grundlegende Menschenrechte massiv verletzen oder systematisch gravierende Umweltschäden verursachen».

«Vorbildfunktion wahrnehmen»

Die Petition fordert die SNB deshalb auf, «ihre Vorbildfunktion wahrzunehmen» und aus dem Geschäft mit fossilen Energien auszusteigen. 2020 hatte die SNB angekündigt, nicht mehr in Unternehmen zu investieren, die Kohleminen betreiben. Bfa und Fastenopfer genügt dies aber nicht, weil weiterhin in andere fossile Energien investiert werde. Andere Nationalbanken, etwa in Frankreich, seien da schon weiter und planten einen vollständigen Ausstieg.

Die SNB nahm an ihrer Online-Generalversammlung vom 30. April zu der Petition Stellung. Sie sagte, sie beteilige sich am «internationalen Erfahrungsaustausch» im Rahmen eines Netzwerks von Zentralbanken, wie es in einer weiteren Medienmitteilung vom 30. April heisst. Jedoch kündigte die SNB keine konkreten Massnahmen an. (mos)