Deutschland

Bischöfin kritisiert AfD-«Abschiebetickets»

Ein AfD-Kreisverband in Süddeutschland hat Menschen mit ausländisch klingenden Namen Flyer in den Briefkasten geworfen. Die Zettel sind gestaltet wie Flugscheine und fordern die Ausschaffung von Migranten.

Die badische evangelische Landesbischöfin Heike Springhart hat die AfD-Wahlkampagne mit sogenannten Abschiebetickets als «menschenverachtend» verurteilt. Die Aktion des AfD-Kreisverbands Karlsruhe schüre Hass und Hetze, sagte Springhart dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die AfD versuche, deutsche und europäische Grundwerte zu untergraben und «mit immer lauteren Ressentiments einen populistischen Keil in die Gesellschaft zu treiben».

Anfang der Woche waren Flyer, die Flugtickets nachempfunden sind, in Karlsruher Briefkästen verteilt worden. Mittlerweile ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Karlsruhe «gegen Unbekannt wegen des Tatvorwurfs der Volksverhetzung».

Auf den Flyern steht als Passagier-Name «Illegale Einwanderer», als Flugziel «Sicheres Herkunftsland». Darunter heisst es «Nur Remigration kann Deutschland noch retten. Zuhause ist es auch schön.» Auf der Rückseite wird die Abschiebung aller Ausreisepflichtigen gefordert. Staatsbürger würden nicht abgeschoben. Ferner solle es «kein Bleiberecht für Asylbewerber» und «keine Islamisierung» geben.

Bischöfin Springhart kritisierte zudem den Begriff «Remigration» im AfD-Wahlprogramm für die Bundestagswahl am 23. Februar. Wenn eine Vertreibung von Menschen mit Migrationsgeschichte als einzige Rettung Deutschlands propagiert werde, sei dies nicht mit christlichen Werten vereinbar. (epd/ dst)

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