Griechenland

Amnesty protestiert gegen Seenotretterprozess

Zwei Flüchtlingshelfern wird auf Lesbos der Prozess gemacht. Ihnen drohen lange Haftstrafen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert dies scharf.

Vor dem Prozess gegen zwei junge Flüchtlingshelfer auf Lesbos kommt scharfer Protest von Amnesty International. Den beiden jungen Menschen, einem 27-jährigen Deutschen und einer 25 Jahre alten geflohenen Syrerin, drohten 25 Jahre Haft für den Einsatz für andere, kritisierte die Menschenrechtsorganisation am Montag in London. Ein erstes Verfahren soll am 18. November beginnen.

Den beiden Beschuldigten würden eine Reihe unfairer und gegenstandsloser Vorwürfe zur Last gelegt, erklärte Amnesty. Sie beziehen sich demnach auf den Freiwilligeneinsatz der beiden bei einer griechischen Seenotrettungsorganisation. Die beiden jungen Leute seien bereits 2018 festgenommen und mit Vorwürfen wie Schmuggel, Spionage, Betrug oder unrechtmässigen Gebrauchs von Radiofrequenzen konfrontiert worden. Nach mehr als 100 Tagen in Haft seien sei auf Kaution freigelassen worden.

Der Fall zeige, wie weit die griechischen Behörden bereit seien zu gehen, um Menschen von der Hilfe für Flüchtlinge und Migranten abzuschrecken, protestierte der Amnesty-Direktor für Europa, Nils Muiznieks. Bei dem am Donnerstag beginnenden Prozess drohen laut Amnesty zunächst acht Jahre Haft. Sollten es in weiteren Punkten zu einem Verfahren kommen, könnte sich die Freiheitsstrafe auf bis zu 25 Jahre erhöhen. (epd/bat)