Auszeichnung

Alternativer Nobelpreis für Köche, KI-Aktion und Klimaaktivist

Der Alternative Nobelpreis geht an Initiativen für Klimaschutz und Menschenrechte sowie an eine Person, die Technologien im Sinne des Gemeinwohls einsetzt.

Die Right Livelihood Stiftung ehrt mit dem Alternativen Nobelpreis 2025 die Organisation «Pacific Islands Students Fighting Climate Change» aus Ozeanien zusammen mit dem Menschenrechtsanwalt Julian Aguon aus Guam, die Gruppe «Justice for Myanmar», die sudanesischen Komitees zur Nachbarschaftshilfe «Emergency Response Rooms» und die non-binäre Hackerin und Digitalministerin Audrey Tang aus Taiwan.

Die «Studenten der Pazifischen Inseln gegen den Klimawandel» (PISCFF) erhalten den Preis zusammen mit Julian Aguon, weil sie erfolgreich das Thema Klimagerechtigkeit vor den Internationalen Gerichtshof (IGH) gebracht haben. Im Juli entschied das Gericht auf Grundlage ihrer Klage, dass alle Staaten rechtlich zum Klimaschutz verpflichtet sind.

Das anonym arbeitende Kollektiv «Justice for Myanmar» wird für «seinen Mut und seine bahnbrechenden Recherchen, die die internationale finanzielle Unterstützung für die korrupte Militärjunta aufdecken» ausgezeichnet, erklärte die Stiftung in Stockholm. Die Recherchen hätten beispielsweise dazu geführt, dass die Schweiz Sanktionen gegen das Unternehmen Myanmar Oil and Gas Enterprise erhob und der europäische Flugzeughersteller Airbus die Zusammenarbeit mit AviChina beendete. Das chinesische Unternehmen hatte Flugzeuge und Waffen an das Militär in Myanmar verkauft, das seit einem Putsch 2021 brutal die Opposition und ethnische Minderheiten im Land verfolgt.

Gewürdigt wird auch das sudanesische Netzwerk von Nachbarschaftskomitees »Emergency Response Rooms« (ERS), weil diese «inmitten von Krieg und Staatszerfall gemeinschaftliche Nothilfe für die würdevolle Versorgung von Millionen von Menschen aufbauen». Sie helfen unter anderem mit Suppenküchen und Gesundheitsposten dort, wo andere Organisationen nicht mehr hinkommen. Dabei begeben sie sich selbst in Gefahr. Der Krieg im Sudan hat eine der gravierendsten Hunger- und Vertreibungskrisen weltweit verursacht.

Die non-binäre Aktivistin und Hackerin Audrey Tang aus Taiwan erhält den Preis als Vordenkerin für die Nutzung von Technologie und künstlicher Intelligenz für das Gemeinwohl. Die Digitalministerin des Inselstaates stellt digitale Plattformen zur Verfügung, die es Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, in staatlichen Behörden Transparenz zu schaffen und die demokratische Entscheidungsfindung zu verbessern.

Der Alternative Nobelpreis wird jährlich an mutige Persönlichkeiten und Organisationen der Zivilgesellschaft vergeben und ist mit jeweils 800’000 Schwedischen Kronen (67’750 Franken) dotiert. Die Auszeichnung wurde 1980 vom deutsch-schwedischen Philatelisten und Publizisten Jakob von Uexküll ins Leben gerufen und wird durch Spenden finanziert. Zu den bisherigen Geehrten gehören der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege, die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée und zuletzt 2024 der palästinensische Menschenrechtsaktivist Issa Amro. (epd/ dst)

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