Verein Solidara

Mehr Einfluss für die Reformierte Kirche

Die Kirchenpflege der Reformierten Kirche Zürich hat die Vereinbarung zur Finanzierung des Vereins Solidara überarbeiten lassen. Das neue Dokument sieht unter anderem mehr Stimmrechte für sie vor.

Mehr Geld und zwei Stimmen für die Reformierte Kirche. Das schlägt die Kirchenpflege in einer neuen Vereinbarung zur Sockelfinanzierung des Vereins Solidara vor. Konkret soll der jährliche Beitrag der Reformierten Kirche Zürich für den Zeitraum 2025 bis 2028 von knapp einer halben Million Franken auf rund 540'000 Franken erhöht werden. Dabei handle es sich um einen Teuerungsausgleich, steht im Sitzungsprotokoll der Kirchenpflege.

Gleichzeitig will die Exekutive der Zürcher Reformierten mehr Einfluss auf den Verein. Deshalb hatte sie Solidara damit beauftragt, in der neuen Vereinbarung die Anzahl der Stimmen der Fördermitglieder an die Höhe ihrer Beiträge anzupassen. Dadurch würden die Reformierte Kirche und die Katholische Kirche neu je zwei Stimmrechte haben statt wie bisher eines.

Solidara müsste zudem in einem potenziellen Abstimmungskampf zur Abschaffung der Steuerpflicht für Unternehmen öffentlich darauf aufmerksam machen, dass sie massgeblich von den Kirchen unterstützt wird.

Schliesslich wird festgehalten, dass eine automatische Verlängerung der Vereinbarung ab 2029 ausgeschlossen ist. Über eine weitere Unterstützung von Solidara sollen die Kirchen bis Mitte Juli 2027 entschieden.

Noch muss das Kirchenparlament der Reformierten Kirche Zürich der neuen Vereinbarung zustimmen. Dasselbe gilt ausserdem für die weiteren Vertragsparteien der Vereinbarung. Dazu gehören die Christkatholische Kirchgemeinde Zürich, die Katholische Kirche der Stadt Zürich und der Verein Solidara.

Der Verein Solidara setzt sich für benachteiligte Menschen in Zürich ein. Letztes Jahr hatte die Kommission für Diakonie, Bildung und Kommunikation (DBK) der reformierten Kirchgemeinde Zürich eine Debatte über die Unterstützung des Vereins losgetreten (ref.ch berichtete). Der Vorwurf: Der Verein habe sich von seinen christlichen Wurzeln entfernt. Das Kirchenparlament beauftragte die Kirchenpflege daraufhin, die Vereinbarung mit dem Verein zu überarbeiten und zu präzisieren. (pef)

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