Bibelfilme
Wirbel um Netflix-Film «Maria»
Am Freitag startet auf Netflix das biblische Epos «Maria». Der Film zeige die Geschichte der Geburt Jesu durch die Augen seiner Mutter Maria, heisst es auf der Homepage des Streaming-Anbieters. Der Film folge Maria, Josef und ihrem neugeborenen Sohn Jesus auf der Flucht vor der Verfolgung durch König Herodes, dargestellt vom zweifachen Oscar-Preisträger Anthony Hopkins. Der 86-Jährige gibt einen greisen König.
Die Rolle der Maria wird gespielt von der 22-jährigen israelischen Schauspielerin Noa Cohen. Um die Welt von Maria zum Leben zu erwecken, haben die Filmemacherinnen und Filmemacher laut Netflix ein breites Spektrum von Religionswissenschaftlerinnen und Theologen konsultiert. Der Regisseur D.J. Caruso sagte der konservativen US-amerikanischen Zeitung «National Catholic Register»: «Ich bin Maria treu ergeben. Ich bin katholisch». Die Geschichte Marias sei aus seiner Sicht bislang zu wenig gewürdigt worden.
In sozialen Medien wurde Kritik an der Besetzung und dem historischen Hintergrund von «Maria» laut, unter anderem weil die Hauptdarstellerin eine israelische Jüdin und keine Palästinenserin ist. Im Internet finden sich Behauptungen, Maria und ihren Mann Josef als Palästinenser zu betrachten. Die «Jüdische Allgemeine» bezeichnete dies Ende November als «absurde Thesen». Die israelische Tageszeitung «Jerusalem Post» schrieb, viele der Kommentierenden zeigten «eine fast unergründliche Unkenntnis der grundlegenden Geschichte einer der wichtigsten Weltreligionen».
Vor der Ausstrahlung hatte es Kritik an Netflix in Verbindung mit dem Nahost-Konflikt gegeben. Wie die israelische Tageszeitung «Haaretz» Ende Oktober berichtete, hatten pro-palästinensische Aktivistinnen und Aktivisten mit Petitionen gegen die Entscheidung von Netflix protestiert, die Film-Sammlung «Palestinian Stories» von seiner Plattform zu entfernen. Der Streaming-Dienst erklärte, es gehe dabei um abgelaufene Lizenzen, nicht um Politik. (epd/ dst)