Vier Bewohner von Indonesien reichen Klage gegen Holcim ein
Vier Menschen aus Indonesien haben im Namen der Inselbewohner von Pari am Montag beim Kantonsgericht Zug Klage gegen den Zementkonzern Holcim eingereicht. Dies teilte das Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirchen Schweiz (Heks) mit. Heks, das European Center for Constitutional and Human Rights (Ecchr) und die indonesische Umweltorganisation «Walhi» unterstützen die Klage der vier Indonesierinnen und Indonesier mit der Kampagne «Call for Climate Justice».
Die Kläger fordern eine anteilsmässige Entschädigung für die erlittenen Klimaschäden und die finanzielle Beteiligung Holcims an Flutschutzmassnahmen. Zudem verlangen sie, dass Holcim seine CO2-Emissionen im Vergleich zu 2019 bis 2030 um 43 und bis 2040 um 69 Prozent reduziert. Dies wäre im Einklang mit dem Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung auf 1.5 Grad zu beschränken, schreibt das Heks.
Die Heimat der Klägerinnen, die indonesische Insel Pari, sei im letzten Jahr gleich fünfmal überflutet worden. Der Grund sei für die Bewohnerinnen klar: Wegen des Klimawandels steige der Meeresspiegel, und bei Stürmen werde die flache Insel zunehmend überschwemmt. Dies bedrohe die Existenz aller 1500 Menschen, die auf Pari leben – obschon sie nichts zur Klimaerwärmung beitragen würden.
Bereits im Juli letzten Jahres hatten die vier Bewohner von Pari in Zug, dem Hauptsitz von Holcim, ein Schlichtungsgesuch eingereicht. «Doch Holcim liess in der Schlichtungsverhandlung keine Bereitschaft erkennen, auf ihre Anliegen einzutreten», schreibt das Heks.
Laut Heks läutet die Einreichung der Klage aus Indonesien das erste ordentliche Zivilverfahren in der Schweiz gegen einen Konzern wegen seines Beitrags zum Klimawandel ein. (sda/bat)