Nigeria

Viele Tote nach Angriffen an Weihnachten

Bei Angriffen auf mehrere Dörfer in Zentralnigeria über die Weihnachtstage sind Dutzende Menschen getötet worden. Amnesty International spricht von mehr als 140 Toten.

Unbekannte Angreifer haben über die Weihnachtstage mehrere Dörfer überfallen, über 200 Häuser in Brand gesteckt und weit über 100 Menschen getötet. Wie die nigerianische Zeitung «Vanguard» berichtete, hatten die Angreifer mehrere Dörfer im Bundesstaat Plateau attackiert. Die Angriffe begannen demnach am 23. Dezember und dauerten mehrere Tage.

Wer hinter den Attacken steckt, war zunächst nicht klar. Die Behörden müssten die Angreifer noch identifizieren, berichtete die nigerianische Zeitung «Punch».

Amnesty International erklärte, nach dem Fund weiterer Leichen sei die Zahl der Toten auf mehr als 140 gestiegen. Die Menschenrechtsorganisation verurteilte die Angriffe und forderte eine unabhängige Untersuchung. Präsident Bola Tinubu müsse mehr tun, als die Attacke nur zu verurteilen, schrieb Amnesty im Internetdienst X, ehemals Twitter.

Die größte Volkswirtschaft Afrikas hat mit bewaffneten Gangs und Terrorgruppen zu kämpfen. Im Bundesstaat Plateau kommt es im Ringen um Wasser und Land immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen mehrheitlich christlichen Ackerbauern und überwiegen muslimischen Viehhirten. Im Norden Nigerias sind islamistische Gruppen aktiv. Die Fläche Nigerias ist grösser als jene Frankreichs und Deutschlands zusammen. 230 Millionen Menschen leben in dem afrikanischen Küstenstaat. (epd/ dst)