Viele Tote nach Angriffen an Weihnachten
Unbekannte Angreifer haben über die Weihnachtstage mehrere Dörfer überfallen, über 200 Häuser in Brand gesteckt und weit über 100 Menschen getötet. Wie die nigerianische Zeitung «Vanguard» berichtete, hatten die Angreifer mehrere Dörfer im Bundesstaat Plateau attackiert. Die Angriffe begannen demnach am 23. Dezember und dauerten mehrere Tage.
Wer hinter den Attacken steckt, war zunächst nicht klar. Die Behörden müssten die Angreifer noch identifizieren, berichtete die nigerianische Zeitung «Punch».
Amnesty International erklärte, nach dem Fund weiterer Leichen sei die Zahl der Toten auf mehr als 140 gestiegen. Die Menschenrechtsorganisation verurteilte die Angriffe und forderte eine unabhängige Untersuchung. Präsident Bola Tinubu müsse mehr tun, als die Attacke nur zu verurteilen, schrieb Amnesty im Internetdienst X, ehemals Twitter.
Death toll from the deadly Christmas attack on 20 communities in Plateau state rises to over 140, as more dead bodies of those who tried to escape the attacks are found by search teams. pic.twitter.com/oMG0KSiDVS
— Amnesty International Nigeria (@AmnestyNigeria) December 26, 2023
Die größte Volkswirtschaft Afrikas hat mit bewaffneten Gangs und Terrorgruppen zu kämpfen. Im Bundesstaat Plateau kommt es im Ringen um Wasser und Land immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen mehrheitlich christlichen Ackerbauern und überwiegen muslimischen Viehhirten. Im Norden Nigerias sind islamistische Gruppen aktiv. Die Fläche Nigerias ist grösser als jene Frankreichs und Deutschlands zusammen. 230 Millionen Menschen leben in dem afrikanischen Küstenstaat. (epd/ dst)