Über 100 Personen nach angeblicher Homosexuellen-Hochzeit festgenommen
In Nigeria müssen über hundert Personen mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. Der Grund: Sie haben in einem Hotel in der Region Delta an einer mutmasslichen gleichgeschlechtlichen Hochzeit teilgenommen. Das erklärten die nigerianischen Behörden auf Facebook. Seit 2014 gilt in Nigeria ein Gesetz, wonach sexuelle Handlungen mit jemandem des gleichen Geschlechts mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden können.
Auf einem Video, das die Polizei bei Facebook übertragen hat, sind junge Männer zu sehen, die vor der Polizeistation sitzen und stehen. Ein Grossteil von ihnen ist weiss angezogen. Ein Sprecher der Polizei erklärte, man werde die Festgenommenen nicht einfach davonkommen lassen. Bei einem ähnlichen Fall 2019 wurde die Anklage gegen die 47 Verhafteten wegen mangelnden Beweisen fallen gelassen.
Ein Festgenommener sagte in dem Video, er sei auf dem Weg zu einer Veranstaltung gewesen, bei der er in Frauenkleidern auftreten wollte, als die Polizei ihn aufgegriffen und zur Wache gebracht habe. «Sie sagen, ich hätte ein Verbrechen begangen, aber soweit ich weiss, ist Frauenkleider zu tragen kein Verbrechen», sagte der junge Mann. Bei der Veranstaltung sei eine Modenschau geplant gewesen, das Publikum sollte in Weiss kommen. (epd/no)