Migration

Viele Flüchtlinge kommen auf dem Meer um

Über 400 Menschen sind in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres ums Leben gekommen beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren. Das ist ein Höchststand.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2023 sind bei ihrer Flucht über das Mittelmeer nach Angaben einer UN-Organisation 441 Migranten ums Leben gekommen. So viele Todesfälle seien im ersten Quartal eines Jahres im Mittelmeer seit 2017 nicht mehr registriert worden, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit.

Sie führte die steigende Zahl auf Verzögerungen bei staatlichen Rettungsmassnahmen und Behinderungen von Rettungsschiffen von Nichtregierungsorganisationen zurück. 2022 waren von Januar bis März 334 Todesfälle registriert worden.

«Die anhaltende humanitäre Krise im zentralen Mittelmeer ist unerträglich», sagte IOM-Generaldirektor, António Vitorino. Mehr als 20’000 Menschen seien auf dieser Route seit 2014 ums Leben gekommen. «Die Staaten müssen reagieren.» Benötigt werde eine proaktive Koordinierung der Such- und Rettungsmassnahmen.

Schätzungen nach dürfte die Dunkelziffer über weitere Todesfälle beträchtlich sein. Es gebe auch Fälle, in denen Boote und Menschen als vermisst gemeldet würden, für die es aber keine Aufzeichnungen über Überlebende und Opfer gebe, teilte die IOM mit.

Allein am Osterwochenende erreichten laut IOM rund 3000 Migranten Italien. Damit erhöhte sich die Zahl der in diesem Jahr angekommenen Menschen dort auf 31’192. (epd/ jow)