Fachkräftemangel in der Reformierten Kirche
Express-Ausbildung soll Vakanzen beenden
In den letzten Jahren haben sich Personalengpässe im reformierten Pfarramt verschärft. Landauf, landab klagten die Landeskirchen über zu wenig Bewerbungen (ref.ch berichtete). Nun preschen die reformierten Konkordatskirchen vor. Sie haben eine Idee entwickelt, den «Notfallplan P». Er zielt darauf ab, im Fall einer akuten Mangellage schnell geeignete Personen für vakante Pfarrstellen fit machen und einsetzen zu können, wie die reformierte Mitgliederzeitschrift «reformiert.» berichtete.
Auf Nachfrage von ref.ch bestätigt Thomas Schaufelberger, Leiter Aus- und Weiterbildung beim Konkordat, die Informationen. Er sagt, dass vor allem ländliche Kirchgemeinden in peripheren Lagen keine qualifizierten Bewerbungen auf ausgeschriebene Pfarrstellen erhalten würden. Dafür meldeten sich regelmässig Personen mit mangelnder Ausbildung. Immer wieder würden auch Pfarrwahlkommissionen die Einsetzung solcher Bewerber in Betracht ziehen. «Es besteht die Gefahr eines Dammbruchs», sagt Schaufelberger im Gespräch mit ref.ch.
Mit dem «Plan P» will das Konkordat diesem Risiko entgegenwirken. Es ist angedacht, dass während zehn Jahren Akademikerinnen und Akademiker die Möglichkeit haben sollen, in den Pfarrberuf zu wechseln. Voraussetzung sind ein Aufnahmegespräch, ein Assessment und die Teilnahme an einem dreimonatigen «Einstiegsmodul». Anschliessend sollen sie eine Pfarrstelle übernehmen können. Sie würden jedoch nicht wählbar sein und auch nur 80 Prozent des Lohns einer Pfarrperson mit spezifischem Studienabschluss erhalten.
Die Vernehmlassung dauert bis kommenden März. Die Konkordatskonferenz wird an ihrer Sitzung im Juni 2025 über das weitere Vorgehen und «Plan P» entscheiden. (dst)