Vereinigte Staaten

Amtierender US-Präsident verlangt Entschuldigung von Bischöfin

Sie fragte nach Barmherzigkeit und die Antwort ist Zorn: Die Washingtoner Bischöfin Mariann Budde wird nach einem Gottesdienst vom republikanischen Präsidenten angegriffen.

US-Präsident Trump fordert, dass sich Bischöfin Mariann Edgar Budde für ihre Predigt bei einem interreligiösen Dankgottesdienst in der Nationalkathedrale in Washington entschuldigt. Die anglikanische Episkopalbischöfin von Washington hatte darin einen Tag nach Trumps Amtseinführung über Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus gesprochen (ref.ch berichtete), denen unter dem neuen Präsidenten die Abschiebung droht:  Trump möge sich barmherzig zeigen, hatte sie gesagt. Kinder hätten Angst, dass ihnen die Eltern weggenommen würden.

Damit erzürnte sie offenbar den neuen Präsidenten: Die «sogenannte Bischöfin» sei eine radikale linke Trump-Hasserin, postete dieser auf seiner Plattform «Truth Social». Zudem sei der Gottesdienst sehr langweilig gewesen. Bei der Live-Übertragung konnte man ihn mit grimmigem Gesichtsausdruck in der Kirche sitzen sehen.

Dem Magazin «Time» sagte Budde, sie werde sich nicht dafür entschuldigen, für andere um Barmherzigkeit gebeten zu haben. In der Talkshow «The View» im Fernsehsender ABC erläuterte Budde, sie habe sich mit dem Konzept nationaler Einheit befasst und dabei realisiert, dass Einheit auch Barmherzigkeit und Mitleid erfordere. Viele Menschen in den USA hätten gegenwärtig Angst. Die 65-jährige Budde ist seit 2011 Bischöfin in der US-Hauptstadt. (epd/ dst)

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