USA

Trump legt Amtseid ohne Hand auf Bibel ab

Üblicherweise legen neue US-Präsidenten die linke Hand auf eine Bibel, während sie mit der rechten Hand den Amtseid schwören. Donald Trump hat mit diesem Ritual gebrochen.

Auf die Heilige Schrift zu schwören, hat bei der Vereidigung von US-Präsidenten eine lange Tradition. Bereits George Washington, der erste Präsident der Vereinigten Staaten, legte bei seiner Amtseinführung im Jahr 1789 seine Hand auf eine Bibel. Seitdem haben fast alle Präsidenten dieses Ritual beibehalten und dabei meist ein Exemplar gewählt, das für sie eine persönliche Bedeutung hatte.

Die Bibel ist aber nirgendwo festgeschrieben. Der Amtseid kann theoretisch auch mit dem Koran, der Thora oder ohne jegliche religiöse Symbole geleistet werden. John Quincy Adams legte seinen Eid im Jahr 1825 auf ein Gesetzbuch ab; Theodore Roosevelt verzichtete im Jahr 1901 nach der Ermordung von William McKinley aufgrund der eiligen Umstände gänzlich auf ein Buch. Was ein Präsident bei der Vereidigung mit seinen Händen macht, ist ebenfalls nicht festgelegt. Entscheidend ist allein, dass der Amtseid korrekt rezitiert wird.

Trump selbst hat eine besondere Beziehung zu Bibeln – oder zumindest zu ihrer Inszenierung. Der Republikaner präsentiert sich regelmässig als Verteidiger christlicher Werte und betont in seinen Reden die Bedeutung der Heiligen Schrift. Bei Nachfragen zu deren genauen Inhalten wirkte er jedoch gelegentlich etwas unsicher.

Für Schlagzeilen und heftige Kritik sorgte Trump während seiner ersten Amtszeit im Juni 2020. Im Zuge der landesweiten Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd liess er die Umgebung einer Kirche in der US-Hauptstadt Washington gewaltsam räumen. Dann posierte er vor dem Gotteshaus – und hielt eine Bibel in die Höhe.

Nach Trumps erster Präsidentschaft wurden mit seiner Zustimmung «God Bless the USA»-Bibeln für 59,99 US-Dollar (etwa 54 Franken) pro Exemplar verkauft, die mit patriotischen Elementen verziert waren. Trumps Name und Abbild wurden prominent für die Vermarktung genutzt. Berichten zufolge verdiente der Republikaner durch die Lizenzgebühren rund 300'000 US-Dollar. (sda/ pef)

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