Deutschland

Tochter von AfD-Gründer wird Pfarrerin für interreligiösen Dialog

Dorothea Gauland engagiert sich für Integration. Nun übernimmt die Tochter des AfD-Politikers die landeskirchliche Pfarrstelle für interreligiösen Dialog in Berlin.

Die Theologin Dorothea Gauland wird neue Pfarrerin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz für den interreligiösen Dialog, wie die Landeskirche in Berlin mitgeteilt hat. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem der Kontakt zu politischen und gesellschaftlichen Gruppen in Fragen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs. Die besondere Pfarrstelle gibt es seit 2012.

Dass die Tochter des AfD-Bundestagsabgeordneten und früheren AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland die politischen Ansichten ihres Vaters eindeutig ablehne, habe sie bereits mehrfach öffentlich erklärt, betonte die Landeskirche. Dafür stehe auch ihr grosses Engagement im interreligiösen Dialog, in der Migrations- und vor allem der Integrationsarbeit. Sie verfüge über grosse interkulturelle Kompetenz auch in internationalen Zusammenhängen. Die Theologin hatte unter anderem 2016 in einem Interview Äusserungen ihres Vaters als schrecklich bezeichnet und selbst einen Flüchtling aufgenommen.

Dorothea Gauland hat als Pfarrerin für Ökumene und interreligiösen Dialog im Dekanat Mainz der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und als Pfarrerin der evangelischen Emmausgemeinde in Mainz gearbeitet. Zu ihren Aufgaben in Berlin gehört nun unter anderem, Begegnungen zwischen Christen, Juden, Muslimen und anderen Religionen zu fördern, «damit Glaubende verschiedener Religionen einander besser verstehen, respektvoller zusammenleben und gemeinsam für Gerechtigkeit und Frieden eintreten». (epd/ dst)